Ein Schwerpunkt der rheinland-pfälzischen Arbeitsmarktpolitik liegt in der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Verbesserung der Beschäftigungs- und Ausbildungschancen von Jugendlichen. Der Förderansatz "Berufsmentoring" ist auf zwei zentrale Entwicklungsstadien von Jugendlichen im Übergang Schule - Ausbildung - Beruf ausgerichtet:
Jugendliche in der Einstiegsqualifizierung
Aufgrund der schwierigen Situation am Ausbildungsmarkt hat sich die Wirtschaft bundesweit verpflichtet, als Brücke in die Berufsausbildung eine bis zu zwölf-monatige Einstiegsqualifizierung (EQJ) mit Kammerzertifikat für unversorgte Schulabgängerinnen und Schulabgänger anzubieten. Tätigkeiten und Qualifizierungsinhalte der EQJ sind angelehnt an anerkannte Ausbildungsberufe. Zudem werden Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen vermittelt, die für die Ausbildung wichtig sind.
Das Arbeitministerium will die Bemühungen der Kammern und Betriebe im Rahmen des EQJ-Programms durch die Förderung von Berufsmentorinnen und Berufsmentoren zur Begleitung der EQJ-Jugendlichen sowie deren Übergang in eine Berufsausbildung unterstützen.
Ausbildungsbetreuung zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen
Ausbildungsabbruch bedeutet für viele Jugendliche Zeitverlust und Demotivation, persönliches Scheitern und birgt die Gefahr des endgültigen Ausstiegs aus der Ausbildung oder dem Erwerbsleben. Vorzeitige Lösung von Ausbildungsverträgen verursachen zudem Kosten in Betrieben, führen zu einer geringeren Auslastung der Ausbildungskapazität und stellen daher für die betroffenen Betriebe eine sozial-ökonomische Belastung dar. Zudem werden frei werdende Ausbildungsstellen nur selten umgehend besetzt und die Ausbildungsbereitschaft enttäuschter Betriebe verringert sich.
Im Rahmen eines präventiven Ansatzes fördert daher das Arbeitministerium Berufsmentorinnen und Berufsmentoren für die Ausbildungsbetreuung zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen.
Zielgruppe
Zielgruppe des Programms "Berufsmentoring für Jugendliche in der Einstiegsqualifizierung (BM-EQJ)" sind insbesondere solche Jugendliche, die sozial benachteiligt oder individuell beeinträchtigt sind. Dabei sollen vor allem Jugendliche betreut werden, die z.B. Beeinträchtigungen, Störungen oder Schwächen im Lernen oder in der Leistung aufweisen.
Das Angebot des "Berufsmentoring für Ausbildungsbetreuung zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen (BM-AB)" richtet sich dabei in erster Linie an:
- Auszubildende, die Probleme während der Ausbildung im Betrieb, in der Berufsschule oder im privaten Umfeld haben,
- Auszubildende, die ihre Ausbildung abbrechen wollen sowie
- Jugendliche, die ihre Ausbildung abgebrochen haben und eine Anschlussausbildung suchen.
Des Weiteren richtet sich das Angebot der Ausbildungsbetreuung auch an:
- Eltern,
- Ausbilderinnen und Ausbilder,
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berufsvorbereitender Maßnahmen sowie
Berufsschullehrerinnen und -lehrer.
Förderung
Die Berufsmentorinnen und -mentoren werden mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Die Förderung erstreckt sich auf Personal- und Sachausgaben der Mentorinnen und Mentoren sowie den Förder- und Stützunterricht im Bereich des Berufsmentoring für Jugendliche in der Einstiegsqualifizierung (BM-EQJ).
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
Referat 63
Rheinallee 97-101
55118 Mainz

