Immer mehr Menschen erkranken an Alzheimer-Demenz. Das Risiko steigt mit dem Lebensalter. Ist unter den 70-Jährigen erst etwa jeder Dreißigste von Alzheimer-Demenz betroffen, so ist es unter den 90-Jährigen bereits jeder Dritte. Aufgrund des stetig wachsenden Anteils alter Menschen gehen Schätzungen von einer Verdopplung der Erkrankungszahlen in den nächsten 20 Jahren aus. 60 Prozent aller dementen Menschen werden von pflegenden Angehörigen betreut. Durch einen Krankheitsfall in der Familie werden gleichzeitig auch viele Jüngere mit der Problematik konfrontiert. Der Umgang mit dem Betroffenen gestaltet sich für die Familienmitglieder zunehmend schwieriger.
Im Rahmen der Initiative "Menschen pflegen" (www.menschen-pflegen.de ) haben wir bereits vielfältige Anstrengungen unternommen, um den Leitsatz des Landespflegeausschusses "Wir verbessern die Situation von Menschen mit Demenzerkrankung" mit Leben zu erfüllen. Mit den Maßnahmen soll erreicht werden, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause leben können.
Landesweite Demenzkampagne
Die Kampagne der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) soll durch regionale und offensive Aufklärungsarbeit dazu beitragen, Ängste bei Entstehung und Verlauf demenzieller Erkrankungen abzubauen und zu mehr Verständnis im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen, insbesondere auch deren pflegenden Angehörigen zu führen. Weitere Informationen zur Demenzkampagne finden Sie hier.
Innovative Schulungsangebote
Zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen sowie der ehrenamtlich an der Pflege Interessierten wurde in Rheinland-Pfalz die erste landesweite Schulungsinitiative für Angehörige mit Demenzerkrankung ins Leben gerufen. Grundlage ist eine zwischen allen Pflegekassen und der Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz geschlossene Rahmenvereinbarung, die seit dem 1. August 2005 in Kraft ist. Ziel der Schulung ist es, den Interessierten gezielte Informationen zum Krankheitsbild Demenz, zu rechtlichen Ansprüchen auf Leistungen aus Kranken- und Pflegeversicherung, den insgesamt zu beachtenden Rahmenbedingungen sowie dem Betreuungsrecht zu geben und insbesondere Hilfen zur Kommunikation bei Demenz zu vermitteln.
Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote
Das Land, die Kommunen und die Pflegekassen fördern derzeit über 100 niedrigschwellige Betreuungsangebote, um ergänzende Ressourcen der sozialen Betreuung zu gewinnen und einen zukunftsweisenden und nachhaltigen Pflegemix aus familiären, bürgerschaftlich engagierten und hauptamtlichen Versorgungs-strukturen zu schaffen.
Frühe und umfassende Diagnostik und Frühförderung sowie Fortbildungsangebote für in der Pflege und der Medizin tätige Fachkräfte
Die Qualifizierung der Ärzteschaft wurde in den vergangenen Jahren auf unsere Initiative hin von der Landesärztekammer vorangebracht, so dass wir heute davon ausgehen können, dass mehr Hausärztinnen und Hausärzte Demenz frühzeitig und kompetent diagnostizieren können.
Adäquate Versorgung in stationären Einrichtungen
Damit sich die Pflegeheime in Zukunft stärker als bisher auf die Versorgung und Betreuung psychisch veränderter Bewohnerinnen und Bewohner einstellen, haben wir in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ein Projekt zur Optimierung der Versorgung von Menschen mit Demenz in stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt und hieraus wichtige übertragbare Erkenntnisse für andere Pflegeeinrichtungen gewonnen
Ambulant betreute Wohngemeinschaften für pflegebedürftige und an Demenz erkrankte Menschen
Neben der Versorgung in der Familie und dem Leben in einem Pflegeheim kann das Wohnen in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für viele, auch für an Demenz erkrankte Menschen, eine wünschenswerte Alternative sein. Qualitativ gute Konzepte finden unsere Unterstützung.

