Heimleitungen und Pflegekräfte sowie zahlreiche Verbände beklagen seit Jahren das Anwachsen von Vorschriften und die steigenden Verwaltungs- und Dokumentationspflichten. Es bestand daher ein dringender Handlungsbedarf zur Entlastung der Leitungs- und Pflegekräfte in den Heimen von bürokratischen Erschwernissen, damit die Qualität von Betreuung und Pflege in der Zukunft gesichert ist.
Ministerin Malu Dreyer hat deshalb schon im Jahr 2003 eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel einberufen, eine schlanke Musterpflegedokumentation für das Land Rheinland-Pfalz zu erarbeiten.
Ziel sollte unter anderem sein, Schreibarbeiten zu reduzieren und freie Ressourcen für die Pflege zu schaffen, aber auch eine Dokumentation zu entwickeln, die den Pflegeverlauf darstellt und die Bewohnerperspektive berücksichtigt.
Musterdokumentation für die stationäre Pflege
Für die stationären Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz wurde unter Federführung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Vertreterinnen und Vertreter der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) und der damaligen Heimaufsicht ein vereinfachtes Verfahren in der Dokumentation der Leistungserbringung entwickelt, das seit 2004 kostenlos zur Nutzung zur Verfügung steht. Die Musterdokumentation für den stationären Bereich ist im Jahr 2008 überarbeitet worden.
Die aktualisierte Fassung der Dokumentation kann hier kostenlos abgerufen werden.
Musterdokumentation für die ambulante Pflege
Die Musterdokumentation für ambulante Pflegedienste wurde erstmals im Jahr 2005 von der Expertengruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Praxis, den Leistungsanbietern, der AOK Rheinland-Pfalz und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung erarbeitet. Die Neuauflage aus dem Jahr 2011 greift Rückmeldungen und Ergebnisse aus der Praxis auf und setzt sie um. Die Musterdokumentation umfasst weiterhin die Basiselemente der Pflegedokumentation, die im Einzelfall pflegefachlich sinnvoll ergänzt werden können. Die Formulare können sowohl handschriftlich als auch elektronisch ausgefüllt sowie in ein EDV-Programm eingebunden werden.
Die Dokumentation kann hier abgerufen werden.

