Gewalt gegen Frauen
Aufgabe des Ministeriums ist es auch, Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt (Prävention) zu ergreifen sowie Frauen und Mädchen zu unterstützen, die von Gewalt betroffen sind. In Rheinland-Pfalz haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Selbsthilfe-gruppen, Initiativen und autonome Projekte gebildet, die sich nicht nur um die Beratung und Begleitung der misshandelten Frauen kümmern, sondern auch eine gezielte Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit machen, um für das Problem "Gewalt gegen Frauen und Mädchen" zu sensibilisieren. Mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums gibt es im Land mittlerweile ein intaktes Netz an Beratungs-, Kriseninterventions- und Zufluchtsangeboten, wie zum Beispiel
- 17 Frauenhäuser,
- 12 Notrufberatungsstellen für vergewaltigte und sexuell missbrauchte Frauen und Mädchen,
- 11 Interventionsstellen, die von sich aus Kontakt mit Frauen aufnehmen, die von Beziehungsgewalt betroffen sind,
- FEMMA e. V. in Mainz mit einer Mädchenzuflucht und einer Sozialtherapeutischen Beratungsstelle für Mädchen,
- eine psychotherapeutische Stelle für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen im Warbede Frauenzentrum, Worms,
- Beratungsstellen von SOLWODI e. V. für von Heirats- und Menschenhandel betroffene ausländische Frauen und Mädchen in Mainz, Ludwigshafen, Koblenz und Boppard.
Seit 2000 arbeitet das ressortübergreifende Rheinland-pfälzische Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG). Es hat die Aufgabe, die Bekämpfung von Gewalt in engen sozialen Beziehungen konsequent zu verfolgen und auf neue Grundlagen zu stellen. Es wurden neue Gesetze, Materialien und auf die Betroffenen zugehende Beratungsangebote geschaffen. Die Täter werden erstmals in dieses Konzept miteinbezogen. Seit 2004 kann die Polizei Täter aus der Wohnung wegweisen. Gerichte und Staatsanwaltschaften können die Teilnahme an einer Trainingsgruppe anordnen, die Gewalttäter zu einem gewaltfreien Verhalten in Konfliktsituationen befähigen soll. Seit 2003 werden pro-aktiv arbeitende Interventionsstellen gefördert. Durch Vermittlung der Polizei nehmen diese Einrichtungen von sich aus Kontakt mit Betroffenen auf. Durch das pro-aktive Vorgehen gelingt es, Klientinnen zu erreichen die trotz längjähriger Gewalterfahrungen bislang keine Beratungsstelle aufgesucht haben. Ein weiterer Ausbau der Interventionsstellen ist vorgesehen. Das RIGG befasst sich auch mit dem Problem der Mitbetroffenheit von Kinder durch Partnergewalt, mit der Verstärkung interkultureller Arbeit in den Beratungseinrichtungen sowie mit einer Vernetzung der Einrichtungen der Anti-Gewaltarbeit mit Berufsgruppen wie Ärztinnen und Ärzten sowie Erziehungs- und Lehrkräften.
Informationen dazu und Materialien zum Downloaden finden Sie im Internet unter www.rigg-rlp.de.
Frauen und Sucht
Auslöser von Suchterkrankungen bei Frauen und Mädchen sind häufig gesellschaftliche Bedingungen, die zu sozialen Benachteiligungen, abhängigen Lebensbedingungen oder Gewalterfahrungen bei Frauen führen. Fast die Hälfte der suchtkranken Frauen hat wiederholt körperliche Gewalt erlebt. Geschlechtsspezifische Suchtarbeit muss diese Aspekte berücksichtigen und in den Beratungs- und Behandlungsprozess einfließen lassen. Dabei gilt es, vorhandene Stärken, wie die Fähigkeit von Frauen, über persönliche Schwierigkeiten zu sprechen und Hilfe anzunehmen, zu nutzen
Das Ministerium hat fünf Fachstellen für frauenspezifische Suchtberatung und Prävention eingerichtet (Adressen, s. Link). Diese Fachstellen haben einen frauenspezifischen Ansatz. Sie bieten spezifische Beratungs- und Behandlungsformen an, die auf den Grundsätzen von Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten der Klientinnen aufbauen. Sie beraten Frauen, die von Alkohol, Drogen oder Medikamenten abhängig sind bzw. Essstörungen haben.
Die Fachstellen haben 2000 einen Arbeitskreis gegründet und einen Flyer herausgegeben, der über die frauenspezifische Suchtarbeit, ihre Zielsetzungen und Qualitätsmerkmale informiert sowie die Adressen der Einrichtungen beinhaltet.
Den Flyer zum Downloaden finden Sie hier.
Ansprechpartnerinnen:
Dr. Dagmar Heine-Wiedenmann
Telefon: 06131 16-4196
Astrid Ruppenthal
Telefon: 06131 16-4193
Sabine Amend-Schunke
Telefon: 06131 16-4158