Zielgruppe, Zielsetzung und Zugang
Die Angebote richten sich gezielt an Menschen in benachteiligten Lebenslagen, wie beispielsweise Familien mit finanziellen, familiären oder beruflichen Schwierigkeiten, Alleinerziehende oder Familien mit Migrationshintergrund. Aufgrund des hohen Anteils von Migrantinnen und Migranten in der Mainzer Neustadt wurde an diesem Modellstandort ein besonderer Schwerpunkt auf das Thema Migration und Gesundheit gelegt.
Das Projekt will die gesundheitliche Situation in dieser Zielgruppe verbessern. Prävention und Gesundheitsförderung stehen dabei im Mittelpunkt. Die Stärkung der Eigenverantwortung und die Förderung von Gesundheitskompetenzen sollen ausgebaut werden. Schwerpunktthemen sind die Wahrnehmung von Früherkennungsangeboten, die Gesundheitsfürsorge für Säuglinge, Kinder und Jugendlichen, die Impfprophylaxe, Stillen, gesunde Ernährung, Bewegungsförderung, Zahngesundheit sowie die psychische und psychosexuelle Gesundheit.
Ein zweites zentrales Anliegen ist die Erleichterung des Zugangs zu den Regelangeboten des Gesundheitswesens. Bekannte Hemmschwellen für die Inanspruchnahme professioneller Hilfe durch Ärzte, Apotheker, Hebammen, Psychologen, Berater und andere Therapeuten aber für die Beteiligung an Selbsthilfegruppen sollen überbrückt werden, ohne dabei Parallelstrukturen zum GKV-System aufzubauen.
Da die Zielgruppe mit herkömmlichen Maßnahmen des Gesundheitssystems (Kommstruktur) eher schlecht erreicht wird, müssen die Maßnahmen einen niederschwelligen, aktiv aufsuchenden Charakter haben und möglichst dicht in die Lebenszusammenhänge (z.B. in typische Treffpunkte, Versammlungsorte, religiöse Zentren, Familien) („Gehstruktur“) integriert werden. Sie sollen mit den herkömmlichen Angeboten des Gesundheitssystems und bestehenden örtlichen (stadtteilbezogene) Strukturen, wie sie beispielsweise in den Projekten der „Sozialen Stadt“ vielerorts zu finden sind, verknüpft werden.