Bätzing-Lichtenthäler: Chancen der Digitalisierung für die Suchtselbsthilfe aktiv gestalten

„Die Suchtselbsthilfe ist ein Angebot mit langer Tradition, das vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder lebt und ein unverzichtbarer Bestandteil des rheinland-pfälzischen Hilfesystems für suchterkrankte Menschen ist“, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der zwölften Landestagung der Selbsthilfegruppen Suchtkranker und der Elternkreise für drogengefährdete und drogenabhängige junge Menschen in Mainz. Diese stand unter dem Titel „Chancen nutzen – digitale Zukunft gestalten“. 

In den rund 300 Suchtselbsthilfegruppen im Land engagieren sich Menschen, die selbst oder in ihrem Umfeld Erfahrungen mit Suchterkrankungen gemacht haben. Dabei stellen die Mitglieder fest, dass die bewährten Gruppenangebote alleine nicht mehr ausreichend sind, um Betroffene zu erreichen. Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten der Informationsbereitstellung für Suchtkranke und ihre Angehörigen. Deshalb stehen bei der diesjährigen Landestagung Fragen zur Umsetzung digitaler Angebote im Mittelpunkt, mit denen auch neue Zielgruppen erreicht werden können, wie beispielsweise Onlinemeetings der Anonymen Alkoholiker oder Selbsthilfe goes online des Kreuzbund e.V. 

„Das Sozialministerium unterstützt die Suchtselbsthilfe und hat daher in Zusammenarbeit mit dem Landesarbeitskreis Suchtselbsthilfe eine Webseite mit Informationen entwickelt“, so die Ministerin. Auf der neuen Website www.suchtselbsthilfe.rlp.de stellen sich die in Rheinland-Pfalz aktiven Suchtselbsthilfeverbände vor. Dort werden unter anderem Ansprechpersonen genannt, die Interessierte über Gruppenangebote in den Regionen informieren. „Die Digitalisierung birgt für ehrenamtliche Angebote neue Chancen, bekannter zu werden, aber die Umsetzung wirft oft Fragen auf. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Ehrenamtlichen über die bisherigen Erfahrungen der digitalen Suchtselbsthilfe austauschen“, unterstrich Bätzing-Lichtenthäler. Neben Strategien und Impulsen, die zum Gelingen der Gruppenarbeit und zum Fortbestand der Selbsthilfegruppen beitragen können, wurden auch Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit thematisiert.

In Rheinland-Pfalz steht suchterkrankten Menschen und ihren Angehörigen ein gut ausgebautes und differenziertes Hilfesystem zur Verfügung. Die bestehenden 43 Suchtberatungsstellen mit ihren 16 Außenstellen werden jährlich von rund 16.000 Betroffenen und deren Angehörigen in Anspruch genommen. Für die medizinische Rehabilitation Suchtkranker stehen rund 1.300 Plätze zur Verfügung. Jährlich werden etwa 5.600 Patientinnen und Patienten behandelt. Außerdem halten zehn soziotherapeutische Einrichtungen für chronisch mehrfach beeinträchtigte Alkoholkranke rund 440 Plätze bereit; zusätzlich gibt es rund 127 Plätze in Wohngruppen für suchterkrankte Menschen.