Bätzing-Lichtenthäler: Präventiv in die Lebenswelten der Kinder hineinwirken

Am 18. Mai findet in diesem Jahr der Europäische Adipositas-Tag statt. Übergewicht und Adipositas gehören zu den großen Herausforderungen der Gesellschaft.

Präventionsmaßnahmen sind daher wesentliche Elemente der rheinland-pfälzischen Gesundheitspolitik: „Unser Ziel muss es sein, in die Lebenswelten der Kinder hineinzuwirken, wir müssen auch ihre Eltern erreichen. Neben dem Vorleben eines gesunden Lebensstils in der Familie und in den Lebenswelten, wie Kita, Schule oder auch Vereinen, in denen unsere Kinder und Jugendliche aufwachsen, müssen wir auch daran arbeiten, dass die Wohnumgebungen gesundheitsorientierter gestaltet werden. Nur so kann es gelingen, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, sich gesünder zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Vorfeld des Jahrestages.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) stiegen seit Mitte der 70er Jahre die Prävalenzen für Übergewicht und Adipositas weltweit. Seit der 2000er Jahre verdeutlicht sich, dass sich dieser Trend in vielen Ländern mit hohem Einkommensniveau zwar nicht weiter fortsetzt bzw. verlangsamt, jedoch blieben die Prävalenzen auf hohem Niveau stabil. So stellen aktuelle Daten der bekannten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS-Studie, 2. Erhebungswelle von 2014–2017) vom RKI fest, dass die Prävalenzen von Übergewicht im Alter von 3 bis 17 Jahren deutschlandweit bei 15,4 Prozent und für Adipositas bei 5,9 Prozent liegen. Auch in Rheinland-Pfalz zeigen die Erkenntnisse aus den Schuleingangsuntersuchungen 2018/2019, dass gute 5 Prozent der angehenden Schulkinder übergewichtig und mehr als 4 Prozent adipös sind.

„Die Erkenntnisse aus verschiedenen Studien sind alarmierend, denn Übergewicht und Adipositas sind maßgebliche Vorläufererkrankungen für durchaus schwerwiegende Erkrankungen wie Diabetes Mellitus Typ II oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, unterstrich die Ministerin.

Entsprechend sind auch im Rahmen der Umsetzungen des 2015 verabschiedeten Präventionsgesetzes die Themen der Prävention von Übergewicht und Adipositas, die Stärkung der Ernährungsbildung und Gesundheitskompetenzen wesentliche gesundheitspolitische Ziele und werden bei den Umsetzungsprozessen in Rheinland-Pfalz aufgegriffen. Gemeinsam mit Akteuren wie den Ministerien, den Sozialversicherungsträgern, dem Landessportbund, der Koordinierungsstelle gesundheitliche Chancengleichheit und weiteren Partnern, werden unter anderem Maßnahmen (weiter)entwickelt, die Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene unterstützen sollen, einen gesundheitsorientierteren Lebensstil zu pflegen.

Ein weiterer wichtiger und langjähriger Partner der Landesregierung ist das Adipositasnetzwerk Rheinland-Pfalz e.V. Seit 2003 engagiert sich der Verein rund um diese Themen und leistet durch Vorträge, Fachveranstaltungen und Mitmach-Aktionen beispielsweise für Kindergartenkinder einen bedeutenden Beitrag bei der Aufklärung und Information. Seit Gründung des Vereins fördert das Gesundheitsministerium dieses Engagement sowohl ideell wie auch finanziell.