Bätzing-Lichtenthäler/Wilhelm: Null-Toleranz bei Gewalt gegen Beschäftigte

Körperliche und verbale Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Bereich nehmen immer weiter zu. Dies betrifft vor allem Berufe mit engem Kontakt zu Menschen, beispielsweise im Rettungsdienst, in der Notaufnahme, bei der Polizei oder im Pflegebereich. Im Rahmen der Aktionstage „Respekt. Bitte!“ haben Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Arbeitsstaatssekretär Dr. Alexander Wilhelm mehrere Einrichtungen besucht, um mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sprechen und sich vor Ort einen Eindruck von der Situation zu verschaffen. „Als Arbeitsministerin und Arbeitsstaatssekretär liegt uns das Wohl der Beschäftigten ganz besonders am Herzen. Mit unseren Besuchen setzen wir ein ganz klares Zeichen für Null-Toleranz, wenn es um Gewalt – in welcher Form auch immer – gegen engagiert arbeitende Beschäftigte geht“, erklärten die beiden.

Bätzing-Lichtenthäler besuchte im Rahmen der Aktionstage die Mainzer Alten- und Wohnheime, das Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen und das Gesundheitszentrum Glantal und diskutierte dort mit den Beschäftigten unter anderem präventive Handlungsansätze. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllen essentielle Aufgaben in unserer Gesellschaft. Sie setzen sich mit großem Engagement für die Belange der Menschen ein. Gleichzeitig sehen sie sich immer wieder verbalen und auch körperlichen Attacken ausgesetzt. Ich finde es toll, dass in den von mir besuchten Einrichtungen die Arbeitgeber mit den Beschäftigten und den Personalvertretungen bereits in einem intensiven Austausch stehen, wie man Gewalt vorbeugen kann“, so die Arbeitsministerin.

In Einrichtungen wie den Mainzer Alten und Wohnheimen, wo Menschen so eng zusammenkommen und die Intimsphäre berührt ist, kann es schnell zu Konflikten kommen. „Bei meinem Besuch hat sich deutlich gezeigt, dass man Gewalt am Arbeitsplatz am besten begegnen kann, wenn alle Beteiligten hierfür sensibilisiert sind und das Thema offensiv angegangen wird. Nur so können Konflikte nach Möglichkeit schon präventiv vermieden werden“, betonte Bätzing-Lichtenthäler. 

Beim Jobcenter in Ludwigshafen überzeugte sich die Ministerin von der Vielzahl an Maßnahmen bei gewalttätigen Angriffen. Neben Notfallplänen und Sicherheitskonzepten gibt es hier unter anderem einen EDV-basierten Alarmruf, der zur Alarmierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beim Auftreten einer Bedrohung oder eines sonstigen Notfalls dient. Dabei macht der betroffenen Mitarbeiter auf sich aufmerksam, indem ein Alarm von seinem Computer zu einer Reihe anderer Computer in den benachbarten Räumen gesendet wird. 

Aber auch schon organisatorische Maßnahmen, wie die Zentrale Patientenaufnahme (ZPA) in Meisenheim, helfen, Ratsuchende gleich zu den richtigen Ansprechpartnern zu leiten. Das spart im Notfall wertvolle Zeit und verringert das Aggressionspotential aufgrund langer Wartezeiten. „Darüber hinaus ist es wichtig, die öffentliche Wahrnehmung für dieses Thema zu schärfen, und die Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich stärker anzuerkennen. Denn wenn man selbst einmal die Hilfe von Sanitätern, Pflegern oder medizinischem Personal benötigt, ist man froh, professionell betreut und versorgt zu werden“, resümierte die Ministerin. 

„Das Thema Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht nur in der Arbeitswelt auftritt. Insofern ist es notwendig, dieser zunehmenden Entwicklung umfassend und über die Arbeitswelt hinausgehend entgegen zu treten“, ergänzte Arbeitsstaatssekretär Dr. Wilhelm bei seinem Besuch beim Bürger-Service-Büro des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) in Koblenz. „Ich bin sehr beeindruckt, wie kundenorientiert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für die Ratsuchenden tätig sind. Dennoch kann es zu Konflikten kommen, es geht für die Bürgerinnen und Bürger ja durchaus auch um existenzielle Fragen. Hier haben wir zur Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sinnvolle Maßnahmen vereinbart.“

Unter dem Titel „Keine Gewalt gegen Beschäftigte!“ findet am 25. März 2019 um 19 Uhr eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „DIALOG SOZIAL“ im Ministerium statt. Neben Ministerin Bätzing-Lichtenthäler nehmen an der Diskussionsrunde Klaus-Peter Gerten, Abteilungsleiter der Gewerbeaufsicht in der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Sabrina Kunz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Rheinland-Pfalz, Sebastian Hamann, Mitglied im Landesverbandsvorstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Ingolf Drube, Pflegedirektor im Gesundheitszentrum Glantal, Manfred Plag, Geschäftsführer des Jobcenters Neuwied, und Oliver Backhaus, Einrichtungsleiter und Geschäftsführer der Mainzer Alten- und Wohnheime gGmbH, teil. 

Zu der DIALOG SOZIAL-Veranstaltung laden wir die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein. 

Mit den Aktionstagen „Respekt. Bitte!“ soll das Problem von Gewalt gegen Beschäftigte vor allem im öffentlichen Dienst zwischen dem 19. März 2019 und dem 25. März 2019 verstärkt thematisiert werden. Gegen diese besorgniserregende Entwicklung wollen die Landesregierung, der DGB Rheinland-Pfalz/Saarland und der DBB Rheinland-Pfalz einschließlich ihrer Einzelgewerkschaften ein Zeichen setzen.