Beteiligungsworkshops bringen konkrete Lösungsansätze zur Armutsbekämpfung und -prävention hervor

„Inzwischen haben elf der zwölf örtlichen Beteiligungsworkshops stattgefunden und ich freue mich sehr, dass die Resonanz in den einzelnen Kommunen jedes Mal sehr gut und die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreulich hoch war. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, konkrete Lösungsansätze und regionale Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Armut zu entwickeln. Hier sind wir auch dank der Unterstützung des Beirats auf einem sehr guten Weg“, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der heutigen Beiratssitzung des Beteiligungsprozesses „Armut begegnen – gemeinsam handeln“ in Mainz.

In den bisherigen regionalen Workshops wurden bereits konkrete Ideen und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. So entstand beispielweise die Idee, eine Datenbank einzurichten, in der sich die Betroffenen unter anderem über freie Plätze bei Ferienangeboten informieren können. Auch der Aufbau einer Familien-Servicestelle, die sowohl als Anlaufstelle für die Familien gedacht ist als auch zur Vernetzung der Fachkräfte, waren Gegenstand der Überlegungen. Die Idee „Eine gesunde Mahlzeit für jedes Kind“ in den Schulen wurde ebenfalls diskutiert. Im Rahmen zukünftiger Präventions- und Kooperationsprojekte war auch die Etablierung einer Gutschein- oder Stempelkarte für Familien in den Workshops ein Thema. Diese könnten beispielsweise für Elternbildungsangebote verwendet werden.

„Diese Beispiele zeigen, dass es richtig und wichtig war, den Beteiligungsprozess 2017 zu starten. Mit dem Prozess wird das Experten- und Alltagswissen der haupt- und ehrenamtlichen kommunalen Vertreter sowie engagierter Bürger und Bürgerinnen in Neukonzeptionen vor Ort einbezogen. Von dieser Expertise kann auch der zukünftige Aktionsplan der Landesregierung profitieren. Bei der Bewältigung von Armut setzen wir sehr stark auf Partnerschaftlichkeit. Die rege Teilnahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Städte, Landkreise, Verbandsgemeinden, Jobcenter und der vielen zivilgesellschaftlichen sozialen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Handlungsfeldern an Beteiligungsforen und örtlichen Workshops zeigt, dass Armut und Ausgrenzung als gravierendes soziales Problem sehr ernst genommen und Lösungsversuche möglichst gemeinsam und partnerschaftlich angegangen werden“, sagte Bätzing-Lichtenthäler.

„In diesem Zusammenhang freue ich mich auch besonders, dass uns im neuen Doppelhaushalt 2019/2020 mehr Geld für die Armutsbekämpfung zur Verfügung steht“, so die Ministerin. Insgesamt stehen in den nächsten beiden Jahren 1,6 Millionen Euro bereit. Zu den für 2019/2020 geplanten Maßnahmen in der Armutsbekämpfung zählen zum Beispiel die Unterstützung von Projekten zur  Bekämpfung von  Kinder- und Jugendarmut in Kommunen sowie von Beratungsstellen zur Wohnraumversorgung und Prävention gegen Wohnraumverlust oder auch die Förderung der Gemeinwesenarbeit in sozial benachteiligten Stadtteilen.

Weitere Informationen zum Beteiligungsprozess „Armut begegnen – gemeinsam handeln“ und zum Beirat finden Sie auf unserer Internetseite.