Dreyer/Bätzing-Lichtenthäler: Arbeitslosigkeit im Land auf neuem Rekord-Tief

„Die Arbeitslosigkeit ist in Rheinland-Pfalz im September auf ein neues Rekord-Tief gesunken. Die Arbeitsagenturen im Land können sowohl die niedrigste Zahl an Arbeitslosen in einem Monat September vermelden als auch die niedrigste Arbeitslosenquote, die wir in Rheinland-Pfalz seit 1992 registriert haben – und das trotz des Zuwachses an Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt“, teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktzahlen mit. Danach waren im September in Rheinland-Pfalz 94.382 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 4.617 weniger als im August und 6.438 weniger als noch im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Im September des Vorjahres lag sie bei 4,6 Prozent.

 

 

„Viele Faktoren haben zu dem beträchtlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren beigetragen. Dazu gehören neben der demografischen Entwicklung und der guten konjunkturellen Lage auch eine zielgerichtete und bedarfsorientierte, flankierende Arbeitsmarktpolitik der Bundesagentur für Arbeit und der Landesregierung mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF)“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Wir dürfen uns aber nicht darauf ausruhen, sondern müssen uns weiterhin verstärkt um die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit kümmern und die Menschen unterstützen, die bisher nicht an der guten Entwicklung teilhaben konnten“, ergänzte Bätzing-Lichtenthäler. Die Arbeitsministerin kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die beiden erfolgreichen ESF-Förderansätze „Bedarfsgemeinschaftscoaching“ und „Perspektiven eröffnen“ auch im nächsten Jahr weitergeführt werden sollen.

Der im Januar dieses Jahres eingeführte neue Förderansatz „Bedarfsgemeinschaftscoaching“ unterscheidet sich von klassischen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen dadurch, dass er Menschen, die bereits seit langem Leistungen beziehen, durch aufsuchende Arbeit und intensive Begleitung im familiären Umfeld unterstützt. Ziel ist es, ihre berufliche Integrationsfähigkeit zu verbessern und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen, indem das ganze Lebensumfeld betrachtet wird. Dabei stehen auch die Verbesserung der Situation der in den Familien lebenden Kinder und präventive Ansätze zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit im Vordergrund. Im Zusammenspiel mit dem Förderansatz „Perspektiven eröffnen“, der auch Qualifizierungsinhalte zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit enthält, sowie den Regelinstrumenten des SGB II ist damit erstmals eine Integrationskette für alle Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen entstanden, die von einer intensiven Betreuung der ganzen Familie bis hin zur Arbeitsmarktintegration reicht. Derzeit werden landesweit 30 ESF-Projekte mit rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Förderansatz „Bedarfsgemeinschaftscoaching“ durchgeführt. Die Projektkosten in Höhe von insgesamt rund 4,3 Millionen Euro teilen sich der ESF (50 Prozent), das Land (25 Prozent) und die jeweiligen Jobcenter (25 Prozent). Zusätzlich werden vier weitere Projekte noch bis Jahresende aus Landesmitteln gefördert.

Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und damit einhergehend die Bekämpfung von Armut sind zentraler Gegenstand einer Fachtagung am 22. Oktober 2018 in Ingelheim. In der vom Arbeitsministerium und der ESF-Verwaltungsbehörde gemeinsam mit der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit organisierten Veranstaltung werden neue Wege zu Beschäftigungsfähigkeit und innovative Angebote für Langzeitleistungsbeziehende vorgestellt und diskutiert.

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltung finden Sie im Internet auf www.esf.rlp.de.