Gemeindeschwesterplus startet im Landkreis Neuwied

Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Landrat Rainer Kaul begrüßten gemeinsam mit Sozialdezernentin Hildegard Person-Fensch und der Leitung der AWO-Sozialstation die erste Pflegefachkraft im Projekt Gemeindeschwesterplus im Landkreis Neuwied.

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler erklärte: „In der Pflege hat sich schon vieles positiv entwickelt. Für einen Aspekt stehen allerdings kaum Zeitressourcen zur Verfügung – das ‚sich um den Menschen kümmern‘. Mit dem Projekt Gemeindeschwesterplus  fördern wir ein ganz konkretes Angebot für hochbetagte Menschen, die keine Pflege brauchen, aber in ihrem aktuellen Lebensabschnitt gern Unterstützung und Informationen annehmen möchten.“ Die Gemeindeschwesterplus wird die Menschen, auf Wunsch auch zuhause, individuell beraten: Zum Beispiel darüber, welche Angebote und sozialen Kontakte zur Stärkung der Selbständigkeit vor Ort genutzt werden könnten und welche präventiven Vorkehrungen getroffen werden können, um Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu vermeiden. Ziel ist, die Selbstständigkeit hochbetagter Menschen in Rheinland-Pfalz lange zu erhalten.


Die Ministerin dankte Landrat Rainer Kaul für das Engagement des Landkreises bei der Einbindung der Gemeindeschwesterplus in die regionale Beratungsstruktur: „Dass die jeweiligen Landrätinnen und Landräte und Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister das Projekt Gemeindeschwesterplus zu ‚Ihrer Sache‘ machen, trägt ganz wesentlich zu dem Gelingen des Projektes bei.“


Landrat Kaul betonte, dass das vernetzte Wirken der Gemeindeschwesterplus nicht nur den Menschen, sondern auch den Kommunen bei der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur helfen könne. „Mit dem präventiven Hausbesuch bietet die Gemeindeschwesterplus eine gezielte Einzelberatung. Des Weiteren soll sie zu einer Stärkung der regionalen Netzwerke und sozialen Unterstützungssysteme beitragen. Wir erhoffen uns über ihre Arbeit, Hinweise über die Stärken und Schwächen sozialer Netze, über den Bedarf an sozialen Treffpunkten und weiteren Unterstützungsangeboten zu bekommen. So erhalten die Kommunen, aber auch die Anbieter von Diensten, niedrigschwelligen Angeboten oder Leistungen –wichtige Impulse für die Gestaltung der sozialen Räume, damit ein gutes und selbstbestimmtes Leben auch im hohen Alter gewährleistet ist.“


Die Gemeindeschwesterplus ist ein Modellprojekt der Landesregierung, das im Zeitraum von Juli 2015 bis Ende Dezember 2018 in neun Landkreisen und kreisfreien Städten erprobt wird. Das Land übernimmt zu 100 Prozent die Personal-und Sachkosten der insgesamt 12,5 Stellen an 13 Pflegestützpunkten. In der Implementierungsphase von Juli 2015 bis Dezember 2016 werden die ausgewählten kommunalen Gebietskörperschaften zudem wissenschaftlich eng begleitet.