Innovative Wohnprojekte nutzen Anschubförderung des Landes

Mit der Anschubförderung für innovative Wohn- und Quartiersprojekte hilft das rheinland-pfälzische Sozialministerium lokalen Initiativen, ihre eigene Vision von einem gemeinschaftlichen und selbstbestimmten Leben auch im Alter zu verwirklichen.

Dafür wurden in der ersten Auswahlrunde für 2018 Zuschüsse in Höhe von bis zu 10.000 Euro für zwei weitere Initiativen bewilligt. Aktuell profitieren Projekte in den Landkreisen Germersheim und Trier-Saarburg davon. Zur Umsetzung generationenübergreifender Wohnquartiere und gemeinschaftlicher Wohnprojekte fürs Alter geht es zum Beispiel darum, die Bürgerschaft einzubeziehen, die geeignete Rechtsform zu finden oder solide Wirtschaftlichkeitsberechnungen zugrunde zu legen.

„Neue Wohnformen bieten die Chance, dass junge und alte, arme und reiche Menschen so lange wie möglich in ihren Dörfern und Quartieren wohnen bleiben können, auch mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf“, so Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler: „In Mehrgenerationen-Wohnprojekten hat man seine Privatsphäre, aber auch eine solidarische Gemeinschaft, die mehr ist als gute Nachbarschaft und in die man sich vielfältig einbringen kann. In Wohn-Pflege-Gemeinschaften leben ältere Menschen gemeinschaftlich, werden von Profis unterstützt und können so im gewohnten Dorf oder Stadtteil wohnen bleiben. Quartiersprojekte stärken den Zusammenhalt und ermöglichen es, ehrenamtliche und professionelle Hilfen eng zu verzahnen.“

Mit dem Programm werden gezielt solche Projekte gefördert, die sehr konkrete Meilensteine auf dem Weg zur Realisierung formulieren und diese mit Hilfe der Förderung in überschaubarer Zeit umsetzen wollen. Dies zeigt sich in den aktuellen Vorhaben:

  • Die Entwicklung eines generationsübergreifenden Wohnquartiers im Herzen von Steinweiler (Landkreis Germersheim) wird mit einem Zuschuss für fachliche Begleitung bezüglich der geeigneten Rechtsform gefördert. Auch Veranstaltungen zur Einbindung der Bürgerschaft werden unterstützt. Bei diesem geplanten Wohnprojekt sollen bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen und Familien sowie barrierefreier Wohnraum für Ältere und Hochaltrige geschaffen werden. Zudem ist eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft geplant.
  • Ein Quartierskonzept in Form von generationsübergreifendem, gemeinschaftlichem Wohnen mit aktiver Nachbarschaft und gegenseitiger Unterstützung in Trittenheim (Landkreis Trier-Saarburg) erhält Mittel für professionelle Begleitung und Moderation zur Konzeptentwicklung, für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und für Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Wohnprojekt richtet sich insbesondere an ältere Menschen, aber auch zum Beispiel an Alleinstehende oder Alleinerziehende. Diese sollen auch in ihrer besonderen Lebenssituation weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Im Rahmen der Anschubförderung stellt das Land in den Jahren 2017 und 2018 Mittel in Höhe von je 100.000 Euro zur Verfügung; eine Fortführung im Jahr 2019 wird angestrebt. Pro Bewerbung können bis zu 10.000 Euro bewilligt werden. Interessierte Initiativen können sich jährlich zu zwei Stichtagen bewerben. Nächster Bewerbungsschluss ist der 3. August 2018. Zentrale Anlaufstelle ist die Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz bei der Landezentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Diese Beratungsstelle ist Ansprechpartner für alle, die sich für neue Wohnformen interessieren und Informationen über Konzepte, rechtliche Rahmenbedingungen, weitere Förderangebote des Landes oder Anschluss an bestehende Initiativen wünschen.

Mehr über die Anschubförderung sowie gute Beispiele, weitere Fördermöglichkeiten und Beratungsangebote zu Neuen Wohnformen erhalten Sie im Faltblatt zum Förderprogramm sowie auf der Internetseite der Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz und unter www.wohnen-wie-ich-will.rlp.de.