Kleine Kommunen profitieren von Projekt „WohnPunkt RLP“ beim Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften

Die Menschen wollen auch im Alter dort wohnen und versorgt werden können, wo seit vielen Jahren ihr Lebensmittelpunkt und ihr vertrautes Umfeld ist. Mit „WohnPunkt RLP“ unterstützt das Land seit 2014 kleine ländliche Gemeinden beim Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften als wohnortnahe Wohn- und Versorgungsangebote.

Über 30 Dörfer haben sich seitdem beteiligt. Das Projekt wurde jetzt ein Jahr lang von empirica, ein unabhängiges wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut aus Bonn, evaluiert. „Selbst, wenn die Prozesse oft andauern und nicht immer einfach sind, zeigen die Ergebnisse der Evaluation, dass es tatsächlich gut gelingt, neue Wohn- und Unterstützungsformen in den Dörfern aufzubauen. Ältere Menschen können so in den Orten bleiben, die ihnen jahrelang ein Zuhause waren“, so Sozial- und Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Wichtig ist auch, dass sich die Angehörigen gut in den Alltag einbringen können, das ist ein zentraler Baustein für die gewünschte familiäre Atmosphäre in den Wohngemeinschaften.“

Gerade kleine Kommunen profitieren davon, wenn ältere Menschen mit Pflegebedarf nicht wegziehen müssen. Die bislang realisierten Wohn-Pflege-Gemeinschaften zeigen, dass die Dörfer davon in mehrfacher Hinsicht einen Gewinn haben. Zum einen wird die Versorgung vor Ort verbessert, es werden aber auch neue Arbeitsplätze geschaffen und ein Beitrag zur Dorferneuerung geleistet.

„Klar ist aber auch, dass es nicht überall gelingt, ein solches Projekt umzusetzen. Manchmal fehlt es an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit, dann zeigt sich, dass andere Lösungen für den Ort vielleicht besser sind“, so die Ministerin. „Die Evaluation zeigt aber auch, dass sich neben den Wohn-Pflege-Gemeinschaften ganz neue Unterstützungsstrukturen im Dorf entwickeln. So haben sich Initiativen gebildet, die Mittagstische anbieten oder Nachbarschaftshilfe. Auch Genossenschaften und Bürgervereine sind rund um die Projekte entstanden.“

Die Zufriedenheit mit der Projektbegleitung durch die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und die beteiligten Büros ist jedenfalls groß. „Die Befragten gaben überwiegend eine sehr positive Rückmeldung zu diesem Angebot. Dennoch wollen wir selbstverständlich unser Beratungsangebot weiter optimieren und nehmen die Hinweise aus der Evaluation auf, um zukünftig noch zielgerichteter die Projekte begleiten zu können“, so der Geschäftsführer der LZG Dr. Matthias Krell.

„WohnPunkt RLP“ soll deswegen in Teilen neu ausgerichtet werden. So wird die Ortsgröße von 5.000 auf bis zu 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner angehoben und der Beratungsprozess in drei Phasen gegliedert. „Zukünftig wollen wir die nachvollziehbaren Wünsche vor Ort in einer Machbarkeitsanalyse überprüfen, um so die Möglichkeiten für die Entwicklung von Angeboten im Wohn-Pflege-Bereich konkreter auf die lokalen Gegebenheiten anpassen zu können. Sofern eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft für den Ort nicht in Betracht kommt, kann das im Ergebnis dann zum Beispiel auch eine Kombination von barrierefreiem Wohnen und einer Tagespflege umfassen“, so Krell. „Es geht letztlich darum, dass die Menschen auch mit einer Behinderung oder mit Pflegebedarf im Ort bleiben können und in die Dorfgemeinschaft eingebunden sind.“

Kommunen, die sich mit ihrer Idee für ein Wohn-Pflege-Angebot bei „WohnPunkt RLP“ für 2020 bewerben wollen, können ab sofort in Kontakt mit der LZG treten. Ende des Jahres werden unter den Bewerberinnen und Bewerbern dann fünf Kommunen ausgewählt, die als erste mit dem neuen Beratungsangebot begleitet werden.

Weitere Informationen zum Projekt „WohnPunkt RLP“ auf www.wohnpunkt-rlp.de.