Langner: Mit qualifizierter Beratung Armut vorbeugen und bekämpfen

„Die Schuldner- und Insolvenzberatung in Rheinland-Pfalz ist ein wichtiger Baustein moderner Sozialpolitik und ein wirksames Instrument der Armutsprävention und Armutsbekämpfung. Der Landesregierung ist die systematische und verlässliche Unterstützung überschuldeter Menschen ein wichtiges Anliegen“, sagte Sozialstaatssekretär David Langner heute in Mainz auf der 19. Fachtagung der Schuldner- und Insolvenzberatung Rheinland-Pfalz.

Rheinland-Pfalz sei sich dieser Verantwortung bewusst. Aus diesem Grund fördere die Landesregierung die anerkannten Schuldnerberatungsstellen in Höhe rund 1,9 Millionen Euro und sorge für einen regelmäßigen fachlichen Erfahrungsaustausch.

Um die Beratungsarbeit zu unterstützen, lud das Sozialministerium, gemeinsam mit dem Schuldnerfachberatungszentrum an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung Rheinland-Pfalz und der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz zu der jährlich stattfindenden Fachtagung ein. Unter dem Titel „Sozialräumliche Orientierung in der Schuldner- und Insolvenzberatung in Rheinland-Pfalz“ standen in diesem Jahr Fragen der Sozialraumorientierung und die Folgen der Digitalisierung im Mittelpunkt.

„Verschuldung und Überschuldung sind für die Betroffenen eine sehr beeinträchtigende Lebenslage, die vielfach mit Armut und sozialer Ausgrenzung verbunden ist“, so Staatsekretär Langner. „Zur materiellen Belastung kommen oftmals soziale, psychische, familiäre und gesundheitliche Probleme hinzu.“

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 23.322 Personen in den Schuldnerberatungsstellen in Rheinland-Pfalz beraten. Die Zahl der beratenen Personen liegt seit sieben Jahren konstant auf einem hohen Niveau von jährlich über 13.000 Beratungsfällen (mit drei und mehr Kontakten) und über 9.000 Kurzberatungen (mit ein bis zwei Kontakten).

Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie fördert anerkannte Schuldner- und lnsolvenzberatungsstellen zur Sicherstellung eines bedarfsgerechten und flächendeckenden Angebots an qualifizierter Beratung. Die dort tätigen Fachkräfte bieten unentgeltliche Unterstützung bei der Klärung und Bewältigung von Überschuldungssituationen an. In Rheinland-Pfalz sind 64 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen (ohne die für Glücksspielsucht zuständigen Stellen) als geeignete Stellen im Verbraucherinsolvenzverfahren anerkannt. Hiervon werden 53 Beratungsstellen aus Landesmitteln jährlich in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro gefördert. Damit liegt Rheinland-Pfalz bundesweit unverändert in der Spitzengruppe der Länderförderung. Mit der vom Land zur Verfügung gestellten Festbetragsfinanzierung ist eine dauerhafte und solide Planungssicherheit gewährleistet.

Darüber hinaus fördert das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie das Schuldnerfachberatungszentrum an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit Landesmitteln in Höhe von aktuell 225.000 Euro. Die Forschungs- und Dokumentationsstelle für Verbraucherinsolvenz und Schuldnerberatung, kurz: Schuldnerfachberatungszentrum (SFZ), unterstützt die anerkannten Schuldnerberatungsstellen in Rheinland-Pfalz und stellt zahlreiche Informationen zum Thema bereit.