Ministerpräsidentin Malu Dreyer wirbt für berufliche Weiterbildung

Für kontinuierliches Lernen hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim 17. Betriebs- und Personalräteforum heute in Mainz plädiert. „Die berufliche und betriebliche Weiterbildung ist von zentraler Bedeutung, um die Qualifikationen der Beschäftigen zu erhalten und auszubauen“, sagte die Ministerpräsidentin vor Vertreterinnen und Vertretern von Politik und Betriebs- und Personalräten sowie Gewerkschaften aus ganz Rheinland-Pfalz in der Mainzer Opel-Arena.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt verändere viele Arbeitsabläufe grundlegend. Dies bedeute für die Beschäftigten neue Anforderungen. Statt reinem Faktenwissen, das immer stärker im Netz verfügbar sei, seien Kreativität, Flexibilität und die Bereitschaft zur Übernahme von Eigenverantwortung gefragt. „Die Herausforderung besteht darin, den Menschen dabei zu helfen, ihre Kompetenzen an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen“, sagte die Ministerpräsidentin in ihrer Ansprache. Die Betriebs- und Personalräte rief sie dazu auf, hierzu selbst Konzepte einzubringen und auf weiterbildungsrelevante Probleme aufmerksam zu machen.

Mit kleinen „Stupsern“ könne man das Verhalten von Menschen beeinflussen, zitierte Ministerpräsidentin Malu Dreyer den amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträger Richard Thaler. „Ebenso können Sie Ihre Kollegen und Kolleginnen dazu bringen, das Richtige zu tun“, ermunterte sie die Betriebs- und Personalräte: „Geben Sie Ihnen kleine Stupser, damit sie aktiv in Veränderungsprozesse einbezogen werden, ihre Motivation gefördert und sie somit auf ihrem Qualifizierungsweg unterstützt werden!“ Veränderungen und neue Anforderungen in Unternehmen müssten zusammen mit den Betriebs- und Personalräten entwickelt und in den Betrieben verankert werden.

Auch Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, es sei wichtig, die Digitalisierung nicht einfach nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern sie aktiv politisch zu gestalten. Dazu müssten sowohl die mit der Entwicklung einhergehenden Belastungen als auch die Früchte dieses Fortschritts gerecht verteilt werden. Zudem müsse dafür Sorge getragen werden, dass möglichst alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Entwicklung Schritt halten können. „Mit dem Masterplan ‚Zukunft der Arbeit in Rheinland-Pfalz‘, den wir zusammen mit den Partnern des Ovalen Tisches der Ministerpräsidentin erarbeiten, wollen wir zeigen, dass genau das möglich ist, nämlich die Digitalisierung im Interesse aller zu gestalten.“

Das rheinland-pfälzische Bildungsfreistellungsgesetz, das Beschäftigten die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen ermögliche, sei in den Jahren 2015/2016 von etwa 23.000 Menschen in Anspruch genommen worden, überwiegend für die berufliche Weiterbildung, berichtete Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Damit sei dieses Instrument von großer Bedeutung für die Fachkräftesicherung. Außerdem habe die Landesregierung hierzu ein Weiterbildungsportal gestartet. Auch die Initiative des Ovalen Tisches „Nach vorne führen viele Wege“ stelle die Vielfalt der Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Land dar.

Ebenso wichtig wie die Weiterbildung seien gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne, so die Ministerpräsidentin. Diese seien nur gemeinsam mit den Gewerkschaften zu erreichen, in einer funktionierenden Sozialpartnerschaft.