Fragen und Antworten

Was ist berufliche Anerkennung?

Berufliche Anerkennung bedeutet die Bewertung und Bestätigung der Gleichwertigkeit eines ausländischen Berufsabschlusses mit einem deutschen Abschluss. In einem gesetzlich geregelten Verfahren wird geprüft, ob eine ausländische Ausbildung mit einer vergleichbaren deutschen Ausbildung gleichwertig ist und ob eine berufliche Anerkennung ausgesprochen werden kann.

Wer braucht eine Anerkennung?

Eine berufliche Anerkennung ist in vielen Berufen hilfreich. In einigen Berufen ist sie sogar Voraussetzung für die Ausübung des Berufs in Deutschland. Wichtig ist zu wissen, ob der deutsche Beruf, in dem eine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden soll, reglementiert ist oder nicht. Ein Beruf ist reglementiert, wenn der Berufszugang und seine Ausübung an den Nachweis einer bestimmten Qualifikation gebunden oder die Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt ist (zum Beispiel medizinische Berufe oder Rechtsberufe, aber auch Lehrer an staatlichen Schulen). Auch wenn ein Beruf nicht reglementiert ist, kann eine Anerkennung oder Bewertung eines ausländischen Abschlusses sinnvoll sein, um künftigen Arbeitgebern eine bessere Einschätzung der Qualifikation zu ermöglichen. 

Gilt das auch für alle akademischen Abschlüsse?

Für ausländische Hochschulabschlüsse, die nicht zu einem reglementierten Beruf hinführen (z.B. Mathematiker, Ökonom, Journalist), ist keine Anerkennung nötig. Es besteht aber die Möglichkeit, eine individuelle Zeugnisbewertung bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zu beantragen.

Zeitaufwand und Kosten

Die für die Anerkennung zuständige Stelle muss innerhalb eines Monats den Empfang des Antrags und der Unterlagen bestätigen und ggf. fehlende Unterlagen nachfordern. Wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen, sind die Verfahren in der Regel binnen drei Monaten abzuschließen.

In fast allen Berufen sind für die Verfahren zur Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen Gebühren zu bezahlen. Die Gebühren richten sich nach dem Gebührenrecht der zuständigen Stelle und sind oft abhängig vom individuellen Aufwand für die Durchführung des Verfahrens. Weitere Kosten können dadurch entstehen, dass in der Regel Übersetzungen der einzureichenden Unterlagen vorgelegt werden müssen. Die Übersetzung müssen von öffentlich bestellten oder beeidigten Übersetzern oder Dolmetschern erstellt worden sein. Die Kosten sind von der Antragstellerin oder dem Antragsteller selbst zu tragen. Im Einzelfall übernehmen die Arbeitsagenturen oder Jobcenter die Kosten. Die Gebühren können nachträglich nach Abschluss des Verfahrens oder als Vorschuss am Anfang des Verfahrens verlangt werden.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Gebühren als Betriebsausgaben / Werbungskosten in der Steuererklärung geltend zu machen. Denn sie stehen in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit Einnahmen nach einer Arbeitsaufnahme im erlernten Beruf.

Nach oben