Fragen und Antworten

Sie wollen als Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag mit der Person abschließen?

Nachdem die Ausländerbehörde ihre Genehmigung erteilt und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit eingeholt hat, kann ein Arbeitsvertrag abgeschlossen werden. Dabei müssen die allgemeinen Bestimmungen des Arbeitsrechts, wie beispielsweise zum Mindestlohn, aber auch branchenspezifische und tarifliche Vereinbarungen eingehalten werden.  

Sie wollen eine Person im Rahmen eines Praktikums/einer Hospitation einstellen?

Sie möchten zunächst herausfinden, ob die Person in Ihren Betrieb passt? Es gibt viele Möglichkeiten dies, zu testen: Als Praktikant, Hospitant oder im Rahmen einer Probebeschäftigung. Dabei ist wichtig zu beachten, dass einige dieser Möglichkeiten bereits als Beschäftigung gelten und daher vor Antritt eine Erlaubnis der Ausländerbehörde vorliegen muss.

Im Einzelnen gibt es folgende Möglichkeiten:

Praktikum

Praktikanten sollen sich durch eine bestimmte betriebliche Tätigkeit praktische Kenntnisse zur Vorbereitung auf eine künftige berufliche Tätigkeit oder eine Ausbildung in einem Unternehmen aneignen. Damit von Praktikum gesprochen werden kann, muss der Praktikant in einem gewissen Mindestmaß in den Betriebsablauf integriert werden (anders als bei Hospitationen). Es handelt sich dabei grundsätzlich um ein Beschäftigungsverhältnis.

Die Dauer und die Art des Praktikums entscheiden jeweils darüber, ob der Mindestlohn bezahlt werden muss oder Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Darüber hinaus sollten auch die Fragen einer Unfallversicherung oder einer Haftpflichtversicherung vor Aufnahme eines Praktikums geklärt werden. Zu beachten ist, dass Asylbegehrende und Schutzsuchende allen anderen Praktikanten und Hospitanten gleichgestellt sind.    

Es werden bestimmte Arten von Praktika unterschieden. Weitere Informationen gibt es unter „Beschäftigung“.

Einen Überblick, in welchen Fällen die Bundesagentur für Arbeit oder die jeweilige Ausländerbehörde einem Praktikum zustimmen muss, finden Sie hier.
Informationen zur Arbeitsmarktzulassung erhalten Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Hospitation

Von Hospitationen spricht man, wenn Personen (anders als bei einem Praktikum) nicht in den Betriebsablauf eingegliedert werden, sondern lediglich als „Gast“ Kenntnisse über die Arbeit im Unternehmen bekommen. Hospitanten verrichten also keine betrieblichen Arbeitsleistungen von wirtschaftlichem Wert, sondern schauen den im Betrieb regulär Beschäftigten lediglich „über die Schulter“.
Für eine Hospitation ist keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit und auch keine Genehmigung der Ausländerbehörde erforderlich.

Sie wollen als Arbeitgeber ein Ausbildungsverhältnis mit der Person abschließen?

Schulische Berufsausbildungen sind immer möglich und müssen nicht durch die Ausländerbehörde genehmigt werden.

Betriebliche Ausbildungen (duale Ausbildungen) sind grundsätzlich möglich, müssen jedoch durch die Ausländerbehörde genehmigt werden.

AUSNAHME: Personen aus Ländern, die als sichere Herkunftsstaaten eingestuft wurden (Anlage II zu § 29a Asylgesetz), unterliegen einem dauerhaften Beschäftigungsverbot.

Die Ausländerbehörde wird je nach Aufenthaltsstatus die Genehmigung für die gesamte Ausbildungszeit oder zunächst für ein Jahr erteilen. Im letztgenannten Fall wird diese Genehmigung, wenn der Flüchtling seine Berufsausbildung fortsetzt und in einem angemessenen Zeitraum mit dem Abschluss zu rechnen ist, regelmäßig verlängert.

Nach erfolgreichem Abschluss einer Berufsausbildung kann die Ausländerbehörde eine befristete Aufenthaltserlaubnis erteilen, wenn eine dem Abschluss entsprechende und für den Lebensunterhalt ausreichend bezahlte Stelle angetreten wird (§ 18a AufenthG). Mit dem Asylpaket II werden Asylbewerber/innen, die erfolgreich eine Ausbildung in Deutschland absolvieren, danach mindestens zwei Jahre auch in Deutschland arbeiten dürfen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

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