Bildung, Arbeit, Wirtschaft

Zwei Ingenieure auf einer Baustelle

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Rheinland-Pfalz ist ein außerordentlich attraktiver Standort und steht vor einer glänzenden Zukunft. Unser Bundesland ist einer der erfolgreichsten Industriestandorte Deutschlands. Wachstum, Beschäftigung und Exportleistung beispielsweise zeigen, dass sich unser Bundesland in der globalisierten Weltwirtschaft gut behaupten kann.

Eine der wichtigsten Einflussgrößen, auch für die Wirtschaft, wird in den kommenden Jahrzehnten die demografische Entwicklung sein, denn sie hat unmittelbare Auswirkungen auf viele Lebensbereiche und letztlich auch auf den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Der Wandel der Bevölkerungsstruktur stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar, die uns alle betrifft. Möglichen Risiken kann daher nur gemeinschaftlich und unter Einbezug aller Gesellschaftsteile begegnet werden. Ganz allgemein bedeutet der demografische Wandel derzeit weniger junge und mehr ältere Menschen und damit ein Ungleichgewicht zwischen den Altersgruppen erwerbsfähiger und nicht erwerbsfähiger Personen.

Die ökonomischen Auswirkungen des demografischen Wandels sind jedoch kein unabänderliches Schicksal, sie können abgewendet bzw. gestaltet werden, wenn eine Anpassung an die sich verändernde Welt gelingt.

Wichtige Stellhebel sind eine erhöhte Erwerbsquote und eine verbesserte Aus- und Weiterbildung zur Sicherstellung eines hohen Qualifizierungsniveaus. Die Qualifikation von Nachwuchskräften und die Weiterbildung der bestehenden Belegschaften gewinnen daher immer mehr an Bedeutung. Hier gilt es, berufliche Bildung bestmöglich zu gestalten und eine kontinuierliche, qualitativ hochwertige Weiterbildung zu ermöglichen. Rheinland-Pfalz befindet sich weiter auf einem guten Weg, diesen Herausforderungen gerecht zu werden und den Wandel aktiv zu gestalten – und so auch die Chancen dieser Entwicklung zu nutzen. Mit unserer Fachkräftestrategie für Rheinland-Pfalz wollen wir als Land zusammen mit Kammern, Gewerkschaften und Verbänden die Rahmenbedingungen für die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Hierzu werden wir die duale Ausbildung stärken, die Durchlässigkeit zwischen Schule, Studium und Beruf erleichtern und die Unterstützung für Menschen ohne Abschluss ausweiten.

Zu diesen Maßnahmen gehört auch eine qualifizierte und gezielte Zuwanderungspolitik, in der KMU bei ihrer Suche nach Fachkräften - auch aus dem Ausland - unterstützt und internationale Fachkräfte für den rheinland-pfälzischen  Arbeitsmarkt gewonnen und beraten werden.  Zuwanderung kann den demografischen Wandel nicht aufhalten, kann jedoch dazu beitragen, die Folgen zurückgehender Bevölkerungszahlen abzumildern. Bei der Vermittlung von Flüchtlingen und ausländischen Fachkräften nimmt Rheinland-Pfalz dabei eine Vorreiterrolle ein, zum Beispiel durch die Installation der Welcome Center Rheinland-Pfalz mit ihrem flächendeckenden Informations- und Beratungsangebot der Industrie- und Handelskammern. Rheinland-Pfalz ist weltoffen und erteilt an Abschottungspolitik und migrationsfeindliche Positionen, die der Wirtschaft  langfristig massiv schaden würden, eine klare Absage.

Um eine ausgeglichene Beschäftigung weiter zu gewährleisten, muss das Erwerbspotenzial besser ausgeschöpft werden. Hierzu zählt insbesondere die Verbesserung der Erwerbsmöglichkeiten von Frauen sowie deren Einstieg und Kontinuität im Berufsleben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingt nur durch einen flächendeckenden Ausbau der Kindergartenplätze und professionelle Ganztagsbetreuung in Kindergärten und Schulen.

Um ein vorzeitiges Ausscheiden älterer Beschäftigter aus dem Arbeitsleben zu vermeiden und sicherzustellen, dass diese ihre Fähigkeiten weiter einbringen können, ist es unabdingbar, auch diese Menschen weiter aktiv in den Arbeitsmarkt einzubinden. Die Voraussetzung hierfür sind branchenübergreifende und zukunftsorientierte Weiterbildungsmöglichkeiten, um wettbewerbsrelevante Kompetenzen erlangen und ausbauen zu können. Dies erleichtert auch den Wiedereinstieg von älteren Beschäftigten in die Unternehmen.

Abschließend zu betonen sind die vielfältigen Chancen für die Gesellschaft und Wirtschaft, die der demografische Wandel bieten kann. Eine alternde Gesellschaft resultiert zwangsläufig in veränderten Bedürfnissen und beeinflusst das Konsumverhalten. Dies sowie die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen führen zu einem erhöhten Bedarf an haushaltsnahen und personenbezogenen Dienstleistungen. So können neue Märkte mit entsprechenden Wachstumspotentialen entstehen. Es eröffnen sich beispielsweise zahlreiche neue Möglichkeiten für Branchen aus den Wirtschaftsbereichen Gesundheit, Pflege, Tourismus, Freizeit und Kultur, aber auch die Unterhaltungs- und Multimediabranche kann von der Entwicklung profitieren.

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