Informationen zum Ebolafieber

Lage in Westafrika

Der größte bisher in Westafrika aufgetretene Ausbruch von Ebolafieber, einer sonst sehr seltenen Erkrankung, hat im Dezember 2013 in Guinea begonnen und sich in mehrere Nachbarstaaten ausgebreitet. Der Höhepunkt der Ausbreitung war im Frühjahr 2015

Am 29. März 2016 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die seit August 2014 bestehende „Gesundheitliche Notlage von Internationaler Tragweite“ (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) für beendet. 

Situation in Deutschland

Deutschland war vom Ebolafieber-Ausbruch nicht betroffen. In Deutschland sind keine Fälle von Ebolafieber aufgetreten. Auch keiner der deutschen Helfer, die zur Bekämpfung der Epidemie in Westafrika im Einsatz waren, hat sich mit dem Virus infiziert.

Allerdings wurden drei Personen, die sich in in Westafrika infiziert hatten, nach Deutschland ausgeflogen und – unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen – in Behandlungszentren verlegt (Hamburg, Frankfurt/Main, Leipzig). Zwei davon konnten geheilt entlassen werden, einer verstarb. 

Das Risiko, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland oder Europa mitbringen und weiterverbreiten ist sehr gering aber nicht völlig auszuschließen. Von einzelnen eingeschleppten Erkrankungsfällen geht aufgrund des leistungsfähigen Gesundheitssystems in Deutschland für die Bevölkerung keine erhöhte Gefahr aus. Von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Behandlung und die Verhinderung der Weiterverbreitung sind eine frühe Diagnose und ein frühzeitiger Behandlungsbeginn. Für die Behandlung von hochinfektiösen lebensbedrohlichen Erkrankungen (HKLE), wie Ebola, haben die Länder in enger Zusammenarbeit Sonderisolierstationen eingerichtet. Es besteht ein bundesweites Netzwerk von insgesamt sieben Kompetenz- und Behandlungszentren, die auf die Behandlung und den Umgang mit HKLE-Patienten spezialisiert sind. Sie verfügen permanent über speziell geschultes Personal und maximale Schutzeinrichtungen, die eine Ansteckung des medizinischen Personals und eine Weiterverbreitung innerhalb und außerhalb einer stationären Einrichtung zuverlässig verhindern. 

Das am 1.12.2014 veröffentlichte Rahmenkonzept fasst die vorhandenen Informationen, Empfehlungen und Regelungen zum seuchenhygienischen und klinischen Management von Erkrankungen an Ebolafieber in Deutschland zusammen

Situation in Rheinland-Pfalz

Für das Management eines Krankheitsverdachtes auf Ebola sind vor Ort die kommunalen Gesundheitsämter zuständig. Deren erforderliche Planungsschritte und Maßnahmen hat das Land im "Rahmen Alarm und Einsatzplan (RAEP) Seuchen" festgelegt. Darauf aufbauend werden die zum Umgang mit Ebola-Erkrankungs- und Verdachtsfällen erforderlichen Maßnahmen mit der kommunalen Ebene abgestimmt. Die Rahmenplanung dient, über das Infektionsschutzgesetz hinaus, der Vorbereitung, der Koordinierung und der Einheitlichkeit der erforderlichen Maßnahmen in den Landkreisen und den kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz beim Auftreten oder beim Verdacht von hochinfektiösen übertragbaren Krankheiten wie Ebola oder einer Pandemie. Die Behandlung eines in Rheinland-Pfalz auftretenden Erkrankungsfalles würde in der Sonderisolierstation der Universitätsklinik Frankfurt am Main erfolgen.

Die kommunalen Gesundheitsämter beraten in Fragen zu Ebola. Weiterführende Informationen bieten das Robert Koch-Institut und das MSAGD an: 

1.Robert Koch-Institut:
Rahmenkonzept Ebola (Stand: 14. August 2015)

2.Robert Koch-Institut
Kompetenz- und Behandlungszentren für hochkontagiöse und lebensbedrohliche Erkrankungen

3.Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie
Rahmen-, Alarm- und Einsatzplan Seuchen (RAEP Seuchen)

Informationen zur Influenza

Allgemeine Informationen

Die Grippe (Influenza) ist eine akute Infektionskrankheit, die mit tödlichen Komplikationen einhergehen kann. Von Jahr zu Jahr ändern sich die Virusstämme ein wenig, die die regelmäßigen „Grippewellen“ im Winter auslösen. Daher wird der Grippeimpfstoff auch jedes Jahr an die zirkulierenden Virusstämme angepasst. Das Immunsystem des Menschen kennt meist auch schon die ein oder andere Virusvariante und hat in vielen Fällen zumindest einen Teilschutz aufgebaut, der durch eine Impfung vergrößert wird.

Die Grippewelle im vergangenen Winter 2017/18 ist außergewöhnlich schwer verlaufen und hat so viele Erkrankte gefordert wie noch nie zuvor in einer der früheren Saisons.

Influenzasaison 2018/2019

Die letzte Grippewelle der Saison 2017/18 begann in der 52. KW 2017, erreichte während der 8. bis 10. KW 2018 ihren Höhepunkt und endete nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza in der 14. KW 2018. Sie hielt ca. 15 Wochen an.

Die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe wird jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern. Die genaue Zusammensetzung wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt.

Die WHO empfiehlt für die kommende Saison 2018/19 eine gegenüber der Saison 2017/18 veränderte Zusammensetzung der Influenzaimpfstoffe hinsichtlich der A(H3N2)- und der B-Victoria-Komponente.

  • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm 09-ähnlicher Stamm 
  • A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Colorado/06/2017-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)
  • Für quadrivalente Impfstoffe: zusätzlich eine Variante von B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm (Yamagata-Linie)

Seit diesem Jahr empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) den Vierfach-Impfstoff (sog. quadrivalenter Impfstoff). Der Dreifach-Impfstoff (sog. trivalenter Impfstoff) enthält immer zwei Subtypen des Influenza A-Virus und eines B-Virus. Der Vierfach-Impfstoff enthält zusätzlich Bestandteile eines Virus der zweiten B-Virus-Linie.

Neben der Influenza A kann auch die Influenza B – so wie in der vergangenen Saison – eine bedeutende Rolle in der Bevölkerung darstellen. Allerdings kann nie mit Sicherheit vorhergesagt werden, welche Virustypen  bzw. –subtypen in welchem Ausmaß in der kommenden Saison vorherrschen werden.

Aktuelle Informationen zur Ausbreitungssituation der saisonalen Influenza hält die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut bereit.

Für wen die Impfung während einer Influenzasaison besonders empfehlenswert ist und wie die Kostentragung geregelt ist

Für bestimmte Personen wird die Impfung von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut ganz besonders empfohlen. In der Regel, weil bei Ihnen ein schlimmerer Verlauf zu befürchten ist oder weil von Ihnen ein besonderes Infektionsrisiko für gefährdete Personen ausgeht. In diesen Fällen werden die Kosten einer Impfung gegen die saisonale Grippe von allen gesetzlichen Krankenkassen gemäß Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) übernommen. Seit diesem Jahr werden von den Kassen auch die Kosten für die Vierfach-Impfung übernommen:

Meist beginnt die eigentliche Grippewelle nach der Jahreswende. Da es nach der Impfung bis zu 14 Tage dauert. Bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, ist daher der richtige Zeitpunkt für eine Grippeimpfung in den Monaten Oktober und November. Flächendeckend steht der Impfstoff für die Saison 2018/2019 ab November zu Verfügung.

Die STIKO empfiehlt die Influenza-Impfung für folgende Personengruppen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere ab dem 2. Trimenon; bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bereits ab dem 1. Trimenon
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z.B.:
    - chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD)
    - chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten
    - Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten
    - chronische neurologische Krankheiten, z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen
      getriggerten Schüben
    - Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten
    - HIV-Infektion
  • Bewohner von Alters- und Pflegeheimen

Auch in bestimmten Fällen mit beruflich bedingtem Kontakt handelt es sich um eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen, zum Beispiel für

  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal,
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln.

Ausgenommen sind die gemäß der arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) durchzuführenden Impfungen aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos in bestimmten Fällen (z.B. Tätigkeit in einer Forschungseinrichtung oder einem Influenza - Referenzlaboratorium); in diesen Fällen besteht ein Kostenübernahmeanspruch gegenüber dem Arbeitgeber.

Sollten Sie nicht zu den genannten Personenkreisen gehören, für die die Impfkosten verpflichtend von den Kassenübernommen werden müssen, lohnt sich eine Rückfrage bei Ihrer Krankenversicherung, da einzelne gesetzliche Krankenkassen die Impfkosten auch für weitere Personenkreise übernehmen. Die privaten Kassen und die Beihilfen übernehmen die Impfkosten in der Regel für alle Versicherten. Im Zweifelsfall sollten Sie sich vor einer Impfung bei Ihrer Kasse informieren.

Viele Arbeitgeber bieten Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darüber hinaus im Betrieb die Influenzaimpfung an.

Die öffentliche rheinland-pfälzische Impfempfehlung gilt bei Influenzaimpfungen für alle Personen, so dass bei eventuellen Impfschäden durch eine Influenzaimpfung ein gesetzlich geregelter Entschädigungsanspruch gegenüber dem Land besteht.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur saisonalen Influenzaimpfung sind ebenfalls beim Robert Koch-Institut abrufbar.

Besondere Hinweise für Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder

Bei gesunden Kindern und Jugendlichen führt eine Influenza, unabhängig vom Erregertyp, in der Regel nicht zu schweren Krankheitserscheinungen. Bei Vorliegen von chronischen Grunderkrankungen sind schwerere Verläufe allerdings nicht auszuschließen, weshalb diesen Kindern dringend eine jährliche Impfung, möglichst schon im Herbst, empfohlen wird. 

Ob und welche besonderen Maßnahmen beim Auftreten von Krankheitsfällen in Gemeinschaftseinrichtungen zu treffen sind, entscheiden die örtlich zuständigen Gesundheitsämter.

Beim Auftreten einzelner Krankheitsfälle  in Gemeinschaftseinrichtungen sind in der Regel keine besonderen Maßnahmen erforderlich.

Neben der Impfung bleiben die Händehygiene (gründliches Waschen genügt schon) und die Einhaltung der allgemeinen Hygieneempfehlungen die wichtigste Empfehlung zur Vorbeugung von Influenza, und das hilft wie jeden Winter auch gegen andere grippale Infekte. 

Besondere Hinweise für Schwangere in Gemeinschaftseinrichtungen

Seit der Impfsaison 2010/2011 wird die Schutzimpfung gegen saisonale Influenza auch Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei Vorliegen besonderer Indikationen auch früher, empfohlen. Für geimpfte Schwangere besteht in der Regel keine besondere Gefährdung.

Im Rahmen der Gefährdungsanalyse nach § 1 der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) in Verbindung mit § 2 Mutterschutzgesetz (MuSchG) hat der Arbeitgeber für Ungeimpfte zu prüfen, ob eine besondere berufliche Gefährdung von werdenden und stillenden Müttern am Arbeitsplatz vorliegt, um die notwendigen Maßnahmen nach §§ 3 ff. MuSchArbV ergreifen zu können.

Das Mutterschutzgesetz enthält keine entsprechenden Regelungen für Schülerinnen. Für sie sollten in Absprache mit der Schulleitung und dem Gesundheitsamt jedoch die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für ungeimpfte Lehrerinnen zur Anwendung kommen.

Wenn Sie erkrankt sind oder eine erkrankte Person zu Hause pflegen

Die Influenzaerreger werden direkt auf dem Luftweg übertragen (sogenannte Tröpfcheninfektion). Die Erreger werden von Erkrankten vor allem beim Husten, aber auch schon beim Sprechen ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt dann über das Einatmen der Viren. Viren, die durch anhusten oder über die Hände auf andere Gegenstände gelangen, können an der Luft längere Zeit überleben. Fasst man einen mit Viren behafteten Gegenstand oder virusbelastete Hände an, so übertragen sich die Viren auf die eigenen Hände und man kann sich über das Berühren von Mund und Nase dann sozusagen selbst anstecken. Vor diesem Hintergrund gelten folgende Empfehlungen:

  • Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife, auch zwischen den Fingern, vor allem vor und nach jedem Kontakt mit dem Kranken.
  • Vermeiden Sie es, die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase zu berühren.
  • Halten Sie beim Husten Abstand zu anderen Personen. Husten und niesen Sie in ein Einmaltaschentuch oder in den Ärmel, nicht in die Hände! Das Einmaltaschentuch sollte sofort in einer Abfalltüte entsorgt werden.
  • Die kranke Person sollte möglichst in einem getrennten Zimmer schlafen.
  • Der/die Erkrankte sollte enge Kontakte zu Mitbewohnerinnen und –bewohnern so weit wie möglich meiden.
  • Lüften Sie geschlossene Räume 3 bis 4 Mal täglich für jeweils 10 Minuten. Die Zahl der Viren in der Luft wird verringert, ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindert.

Weitere Hinweise und Tipps zur „Selbstverteidigung gegen Viren“ finden Sie hier.  

Influenza Pandemie

Das Influenzavirus hat im vergangenen Jahrhundert drei große Pandemien (weltweite Grippewellen) verursacht. Das war immer dann der Fall, wenn sich ein völlig neuartiger Virusstamm entwickelt hatte, gegen den es weder eine natürliche Immunität im Menschen gab, noch einen wirksamen Impfstoff. Dabei starben allein in den Jahren 1918/1920 weltweit 20 bis 40 Millionen Menschen. Expertinnen und Experten erwarten seit Jahren, dass eine solche Influenza auch zukünftig wieder weltweit auftreten und dabei auch die deutsche Bevölkerung treffen kann. Weltweit haben die zuständigen Behörden entsprechende Notfallpläne erarbeitet. Ein solcher nationaler Pandemieplan existiert auch für Deutschland und wird durch die spezifischen Regelungen der Länderpandemiepläne ergänzt. Der rheinland-pfälzische Pandemieplan wurde zuletzt im April 2009 aktualisiert.

2009 ist ein Neuer Influenza-Erreger aufgetreten, der zur Auslösung der „Influenzapandemie (H1N1) 2009“, der sogenannten „Schweinegrippe“ geführt hat.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen waren Kinder, Jugendliche und gesunde junge Erwachsene bevorzugt betroffen. Da es sich um einen neuen Influenzaerreger handelte, der sich rasch ausbreitete und schwere Verläufe erwartet wurden, wurde durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Juni 2009 die „Pandemie“ ausgerufen, die im November 2009 ihren Höhepunkt erreichte; danach gingen die Erkrankungszahlen rasch zurück, so dass die „Pandemie“ von der WHO am 10. August 2010 offiziell für beendet erklärt werden konnte.

Erfreulicherweise verliefen die Erkrankungen überwiegend sehr milde. Bundesweit erfasste das Robert-Koch-Institut (RKI) als zuständige Fachbehörde mehr als 226.000 Erkrankungsfälle, wobei die tatsächliche Infektionsrate weit höher gelegen haben dürfte. Trotz der überwiegend nur leicht verlaufenden Erkrankungsfälle verstarben bis April 2010 in Deutschland 253 Menschen in Zusammenhang mit einer A H1N1-Infektion, davon wiesen 86% besondere gesundheitliche Risiken auf.

Den Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz wurden von Juni 2009 bis Mai 2010 insgesamt 15.559 Erkrankungen gemeldet und 13 mit der Infektion im Zusammenhang stehende Todesfälle wurden registriert.
Derzeit werden die Erfahrungen aus der Pandemie ausgewertet und fließen in die Fortschreibung des Nationalen Pandemieplans sowie die Pandemiepläne der Länder ein. Viele Vorbereitungen haben sich bewährt und die Bevorratung mit antiviralen Medikamenten sowie die Vorsorge zur Beschaffung von Impfstoffen haben sich als grundsätzlich richtig erwiesen. Besonders die Fragen der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit müssen jedoch grundlegend überarbeitet werden.

Der Verlauf der Influenzapandemie (H1N1) 2009 darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zukünftig auch wieder Pandemien mit wesentlich schwereren Verläufen auftreten können. Die bisherigen Anstrengungen zur Vorbereitung auf solche Ereignisse werden daher in unvermindertem Maße von allen Verantwortlichen fortgeführt.

Informationen zu Masern

Die Masernerkrankung gehört zu den hochkontagiösen (hochansteckenden) Viruserkrankungen, gegen die es nach wie vor keine kausale Therapie gibt. In den westlichen Industrieländern führen die Masern bei 10 bis 20% der Erkrankten zu Komplikationen. Es wird geschätzt, dass jährlich etwa 50.000 bis 60.000, in manchen Jahren sogar bis zu 100.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Deutschland an Masern erkranken. Die Infektiosität des Masernvirus ist sehr hoch. So erkranken 95 von 100 nicht-geimpften Personen nach Masernkontakt an den Masern. Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohrentzündung (Otitis media) und Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Besonders gefürchtet ist die Masernenzephalitis (Gehirnentzündung), die bei Überlebenden zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirns führen kann und eine Letalitätsrate von 20 bis 30% aufweist. Veränderte Lebensbedingungen haben zu einer Verschiebung der Erkrankungen in das Jugend- und Erwachsenenalter und damit zu einer erhöhten Gefahr von Komplikationen geführt. Während statistisch betrachtet bei Kleinkindern auf 10.000 Erkrankungen eine Gehirnentzündung kommt, erhöht sich das Risiko bei älteren Kindern und Jugendlichen auf eine Gehirnentzündung pro 1000 Erkrankungen. Eine weitere Folgeerkrankung ist die seltene, aber stets tödliche subakute sklerosierende Panenzephalitis.

Die Schutzimpfung gegen Masern ist die einzige Möglichkeit der Primärprävention. Es stehen Kombinationsimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) sowie gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV) zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die 1. Masernimpfung als kombinierte MMR-Impfung zum gleichzeitigen Schutz gegen diese drei Infektionskrankheiten im Alter von 11. bis 14. Monaten. Da nach dieser ersten Impfung nicht alle Kinder Antikörper und damit Abwehrkräfte entwickeln, empfiehlt die STIKO seit 2001 eine 2. Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten mit einem Mindestabstand von vier Wochen zur ersten Impfung. Die Masern-Ausbrüche der letzten 4 Jahre haben gezeigt, dass der Impfschutz vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen lückenhaft ist, nicht zuletzt, da viele von ihnen nur einmal geimpft sind, wie bis 2001 empfohlen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seit 2010 eine einmalige Impfung gegen Masern für alle nach 1970 Geborenen, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist. Insbesondere Eltern und junge Erwachsene, die in Gemeinschaftseinrichtungen, in der Betreuung von Immundefizienten oder im Gesundheitsdienst beschäftigt sind, sollten ihren Impfschutz überprüfen lassen. Denn wer gegen Masern geschützt ist, kann z.B. Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können, nicht anstecken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kämpft seit vielen Jahren für die Elimination der Masern. Immer wieder kommt es zu kleineren oder größeren Ausbrüchen in Bevölkerungskreisen mit einem mangelhaften Impfschutz. Das trifft leider auch für Deutschland zu. Wiederholt kam es in den letzten Jahren im Rahmen dieser lokalen Ausbrüche zu schweren Folgeschäden oder gar Todesfällen bei Kindern, die mit einem ausreichenden Impfschutz hätten vermieden werden können. Besonders tragisch sind solche Schicksale für Säuglinge und Kleinkinder, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst geimpft werden können und auf einen hohen Impfschutz ihrer Umgebung angewiesen sind. Für einen solchen gesellschaftlichen Impfschutz, der in der Fachsprache Herdenimmunität genannt wird, sind Impfraten für die 2. Masernimpfung von 95 % erforderlich.

Die WHO hat sich in der Resolution des Regionalkomitees für Europa im September 2010 für die Erneuerung des Engagements für die Eliminierung von Masern und Röteln in der Europäischen Region der WHO bis zum Jahr 2020 ausgesprochen. Die aktuellen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen vor, dass bis Ende des Jahres 2015 mehr als 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft worden sein sollen, bis Ende 2020 sollen dann mindestens 95 Prozent der Menschen im impffähigen Alter beide Masernimpfungen besitzen, um einen gesellschaftlichen Impfschutz zu erreichen und die Infektionsketten dauerhaft zu durchbrechen.

In Rheinland-Pfalz werden seit Jahren Kampagnen zur Masernbekämpfung durchgeführt. Aktuell liegen die Quoten für die 2. Masernimpfung bei 93,7 % (Daten aus der Einschuluntersuchung des Schuljahrgangs 2015). Damit ist zwar im Vergleich zu den Vorjahren ein erfreulicher Anstieg der Impfquoten zu verzeichnen, es sind aber nach wie vor weitere Anstrengungen erforderlich.

Deutschlandweit liegt die Quote für zwei Masernimpfungen im Einschulungsalter bei 92,6%.  (siehe auch „Pressemeldung zur europäischen Impfwoche“)

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass Sie Ihren Impfstatus kontrollieren lassen! Eine einmalige Impfung gegen Masern garantiert noch keinen ausreichenden Impfschutz! Zusätzlich zur zweimaligen Impfung von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr empfiehlt die Ständige Impfkommission allen nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre eine einmalige Impfung gegen Masern, wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind, nur einmal in der Kindheit geimpft wurden oder der Impfstatus gegen Masern unklar ist.

Entsprechende gezielte Impfkampagnen, besonders auch für junge Erwachsene sollen auch zukünftig zusammen mit entsprechenden Partnern durchgeführt werden.

Aus den Ergebnissen der 1. Nationalen Impfkonferenz 2009 in Mainz wurde ein Best-Practice Manual zur Masernelimination erstellt, das mögliche bewährte Aktivitäten aufzeigt und den Partnern im Lande als Orientierung für eigene Kampagnen dienen soll.

Seitdem finden alle zwei Jahre nationale Impfkonferenzen statt. Alle Akteurinnen und Akteure des Impfwesens tauschen sich hier direkt aus, um die bestehenden Rahmenbedingungen kritisch zu beleuchten und weitere Verbesserungen anzuregen.

Informationen zu Magen-Darm-Infektion mit NORO Viren

Die für Brech- und Durchfallerkrankungen verantwortlichen Noroviren sind auch in Rheinland-Pfalz hochaktiv. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch starke Übelkeit, plötzlich einsetzendes Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfälle und ist hochansteckend. Die Symptome dauern meist nur etwa 2 Tage an, die Ansteckungsgefahr besteht jedoch mindestens noch für eine Woche. In der Regel heilt die Erkrankung ohne weitere Folgen, für bestimmte Personengruppen ist jedoch der schnelle und starke Flüssigkeitsverlust bedrohlich.

In den vergangenen Jahren gab es die meisten Neuansteckungen in den Monaten Januar und Februar, Ausbrüche können jedoch über das ganze Jahr verteilt auftreten. Besonders Kleinkinder, ältere Menschen und Patienten mit Herz- Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen sollten wegen des drohenden, schnellen Flüssigkeitsverlustes früh zum Arzt gehen. Die Noroviren werden meist durch Schmierinfektion, das heißt durch direkten Kontakt mit den Erkrankten oder über erregerbehaftete Flächen, wie Waschbecken, Türgriffe und Toiletten, übertragen. Auch auf dem Luftweg kann der Erreger verbreitet werden, zum Beispiel durch Erbrechen. Schon die Aufnahme kleiner Erregermengen führt zu einer Ansteckung. Sorgfältiges Handeln, vor allem häufiges Händewaschen, senkt das Ansteckungsrisiko. Vor Ort beraten die kommunalen Gesundheitsämter betroffene Bürgerinnen und Bürger.

Das Auftreten des Erregers ist für Ärzte und Labore meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz.

Ausführliche Informationen und Merkblätter für Gemeinschaftseinrichtungen finden Sie auf den Seiten des Landesuntersuchungsamtes und des Robert Koch-Institutes.

 

 

Informationen zu durch Zecken übertragbare Erkrankungen

Es gibt zwei durch Zeckenstiche verursachte Krankheiten. Zum Einen die durch Bakterien bedingte Borreliose (Lyme-Krankheit), zum anderen die durch Viren ausgelöste Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME). In der von der rheinland-pfälzischen Landesregierung herausgegeben Broschüre finden Sie weitere Informationen.

Rheinland-Pfalz hat für die Borreliose eine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz eingeführt, welche am 30. Juni 2011 in Kraft getreten ist. Ziel ist es, die bisher lückenhafte epidemiologische Datenlage zu verbessern, um Präventionsmaßnahmen gezielter ergreifen zu können. Hier finden Sie den Meldebogen für Ärztinnen und Ärzte.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

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