Handlungsfeld 1: Initiativen zur Fachkräftesicherung

Die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs, auch vor dem Hintergrund des demografisch bedingt steigenden Versorgungsbedarfs, wird durch eine ganze Reihe von Initiativen aufgegriffen. In diesen Initiativen wird in vielfältiger Weise auch die besondere Bedeutung der Fachkräftesicherung in den ländlichen Räumen thematisiert. Ein wichtiges Aufgabenfeld liegt auch darin, den steigenden medizinischen Versorgungsbedarf durch nicht-ärztliche Gesundheitsfachberufe in Zusammenarbeit mit Medizinerinnen und Medizinern abzudecken. Die Möglichkeiten der Übertragung ärztlicher Aufgaben und der Zusammenarbeit von medizinischem und pflegerischem Personal mit unterschiedlichen Qualifikationen müssen konsequent genutzt werden.

In Zusammenarbeit mit den Vertreterinnen und Vertretern der etablierten medizinischen und pflegerischen Berufe sollen diese zusätzlichen Anforderungen näher definiert werden und darauf aufbauend Initiativen zur Entwicklung neuer Berufe gestartet werden. Neben den positiven Effekten für die zukünftige gesundheitliche und pflegerische Versorgung ergeben sich dadurch auch Entwicklungschancen für junge Menschen auch für bereits in der Gesundheitsbranche Täti

Schwerpunkte
  • Förderung der Ausbildung,
  • Ausweitung vorhandener Ausbildungskapazitäten,
  • Steigerung der Attraktivität der Arbeitsplätze,
  • Entwicklung neuer Qualifikationen und Berufsfelder,
  • Erhöhung der Verweildauer im Beruf,
  • Heben der stillen Reserve ausgebildeter Personen,
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
  • Unterstützung von Versorgungsangeboten durch nicht-ärztliche Berufsgruppen,
  • Zuwanderung von Fachkräften und Auszubildenden.
Projekte

Handlungsfeld 2: Initiativen zur Entwicklung sektorenübergreifender Versorgungsmodelle in ländlichen Räumen

Die Sicherstellung der flächendeckenden medizinischen und pflegerischen Versorgung insbesondere in den ländlichen Räumen ist eines der zentralen sozialen Zukunftsthemen in einer älter werdenden Gesellschaft. In diesen Regionen des Landes müssen die vorhandenen Ressourcen mit dem Ziel von Wirtschaftlichkeit und Qualität gebündelt werden, um auch zukünftig wohnortnahe medizinische und pflegerische Angebote machen zu können.

Alle Möglichkeiten der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit werden ausgeschöpft und kreative neue Ansätze entwickelt. Regionale Kooperationen, die die Chancen und Potenziale einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit unterstützen, sollen die flächendeckende Versorgung optimieren. Kooperationen können je nach regionalem Bedarf in unterschiedlichen Formen entstehen.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Weiterentwicklung ländlicher Krankenhausstandorte zu regionalen sektorenübergreifenden Gesundheitszentren gelegt. Die Organisation ambulanter Versorgungszentren an den Krankenhausstandorten setzt darauf, fachliche und personelle Kompetenzen sowohl der stationären als auch der ambulanten Versorgung an einem Standort durch die Kooperation eigenständiger Partner zu bündeln.

Die Weiterentwicklung ländlicher Krankenhausstandorte muss mit den Trägern und den ambulanten Anbietern vor Ort gemeinsam gestaltet werden. Auch unabhängig von einer Anbindung an einen Krankenhausstandort kann die Entwicklung von Gesundheitszentren dazu beitragen, die Versorgung in der Fläche bei sinkender Bevölkerungsdichte zu organisieren und die Attraktivität einer Tätigkeit im ländlichen Raum für Nachwuchsärztinnen und -ärzte zu erhöhen. '

Schwerpunkte
  • Sicherung regionaler Krankenhausstandorte,
  • Entwicklung sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen,
  • vorausschauende regionale Versorgungsplanung,
  • Förderung der Zusammenarbeit regionaler Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen,
  • patientenorientierte Übergänge aus dem klinischen Bereich in ambulanter Strukturen und das häusliche Umfeld
Projekte

Handlungsfeld 3: Initiativen zur Entwicklung und zum Ausbau von telemedizinischen Strukturen

Auch dezentral muss eine qualitativ hochwertige wohnortnahe medizinische Versorgung möglich sein. Die Telemedizin bietet hier viele Chancen. Dabei geht es um die direkte Verbindung zwischen den einzelnen Patientinnen und Patienten und den spezialisierten Versorgungszentren, aber auch um die Unterstützung dezentraler Gesundheitseinrichtungen durch spezialisierte Zentren.

Um die Möglichkeiten und Potenziale der Telemedizin für die flächendeckende Versorgung nutzen zu können, sind technische und organisatorische Rahmenbedingungen zur Überführung in die Regelversorgung zu schaffen. Sie sind konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten auszurichten. Im Hinblick auf die Unterstützung einer flächendeckenden Versorgung sind das insbesondere die telemedizinische Unterstützung der Patientinnen und Patienten in ihrer häuslichen Umgebung, die telematische Zusammenarbeit von stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung und die telematische Zusammenarbeit von spezialisierten und regionalen Krankenhäusern, Reha- und Pflegeeinrichtungen in der Fläche.

Durch die regionale Zusammenarbeit von Hausärztinnen und Hausärzten, niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten, Krankenhäusern und überregionalen Versorgungsdienstleistern, wie einem Telemedizin-Zentrum, werden klassische Sektorengrenzen überwunden und eine abgestimmte patientenorientierte Therapie ermöglicht. Bei all diesen initiativen zur Entwicklung und zum Ausbau von telemedizinischen Strukturen werden die datenschutzrechtlichen Anforderungen gewahrt. 

Schwerpunkte
  • Patientenbezogene Technologien, die eine fachkompetente Überwachung und Behandlung im häuslichen Umfeld ermöglichen,
  • Strukturbezogene Technologien, die dezentraler Versorgungseinrichtungen mit einer überregional vorhandenen Kompetenz ausstatten.
Projekte
Ansprechpartner im Ministerium:

Thorsten Jung
Leiter des Ministerbüros
E-Mail: thorsten.jung(at)msagd.rlp.de