Fragen an zwei der IGLU-Mitbewohner:

Warum haben Sie sich für diese Wohnform entschieden?

Johannes K.: In meinem eigenen Zimmer kann ich jetzt machen was ich will. Außerdem will ich selbständig sein.

Dominik H.: Weil es zu Hause nicht mehr funktioniert hat, weil ich hier viele Menschen um mich herum habe, weil es näher zu meinem Arbeitsplatz ist und weil ich selbständig sein will.

Was gefällt Ihnen gut?

Johannes K.: Das Wochenende ist immer gut, da kann ich ausschlafen und wir unternehmen auch öfters was.

Dominik H.: Dass ich viele Menschen um mich herum habe und dass meistens alles gut läuft.

Was würden Sie gerne noch weiter verbessern?

Johannes K.: Mehr Betreuer, dass am Wochenende immer jemand da ist.

Dominik H.: Was uns noch für Einkäufe und Ausflüge fehlt ist ein kleiner Bus.

Welchen Tipp haben Sie für andere?

Dominik H.: Überlege es dir vorher, ob du das wirklich machen willst und ob es das Richtige für dich ist. Informiere dich über das Projekt und lerne die Leute dort kennen. Außerdem musst du schauen, ob du überhaupt die Voraussetzungen erfüllst und ob es auch mit dem Bundesland klappt.

Daten und Fakten zu IGLU:

Lage: Hohenzollernstraße 70, 67063 Ludwigshafen

Besteht seit: November 2012

Rechtsform: Einrichtung mit besonderer konzeptioneller Ausrichtung nach dem Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG).

Größe: Drei barrierefreie Mietwohnungen auf zwei Etagen, im Wohnkomplex der Hohenzollern-Höfe

Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner: zehn (vier mit, sechs ohne Unterstützungsbedarf)

„Geschichte“ der Liegenschaft: Die Hohenzollern-Höfe sind bereits 1923 errichtet worden, nun sind sie energetisch und barrierefrei modernisiert. Wichtig für das Projekt ist die zentrale Lage innerhalb der Stadt.
Kern des Projekts: Ausgehend von der Situation einer mehrfach behinderten Bewohnerin, erarbeiteten ihre Familie und ihr Unterstützerkreis das Konzept für inklusives Wohnen.

Besonderheiten: Die UN-Behindertenrechtskonvention - nicht nur für IGLU eine Handlungsgrundlage - trat bereits 2008 in Kraft, und dennoch stellt IGLU ein „Leuchtturmprojekt“ dar. Die Ansätze IGLUs sind nicht allesamt neu, denn es haben bereits andere Einrichtungen demonstriert, dass inklusives Wohnen uneingeschränkt möglich ist. Neue Ansätze finden sich in der Betreuung, die teilweise von den Mitbewohnern übernommen wird (Nachtbereitschaft). Eine studentische wissenschaftliche Begleitung sorgt für die Nachhaltigkeit des Projekts.

Daten und Fakten

Träger / Organisator / Initiator: BASF Wohnen + Bauen GmbH (ehem. LUWOGE)

Lage: Hohenzollern-Höfe, Ludwigshafen - Friesenheim

Baujahr: 1923, Modernisierung seit 2012

Größe: Insgesamt ungefähr 200 Wohnungen – teils werden diese als Eigentumswohnungen verkauft, teils behält diese die BASF Wohnen + Bauen GmbH im eigenen Bestand.

„Geschichte“ der Liegenschaft: Nach der Gründung der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik im Jahr 1865 kamen zahlreiche Arbeitssuchende nach Ludwigshafen, die seinerzeit in improvisierten Siedlungen unter unhygienischen Bedingungen lebten. Diese Umstände sowie die Absicht, die Arbeiter an das Unternehmen zu binden, waren Motive der BASF, sich auch bezüglich der Wohnsituation um ihre Mitarbeiter zu kümmern. So entstanden zwischen 1870 und 1930 zahlreiche Siedlungen. Jede Siedlung galt einer bestimmten Gruppe im hierarchischen Gefüge des Unternehmens. Im Jahr 1923 wurden die Hohenzollern-Höfe mit rund 180 Wohnungen für Angestellte der BASF erbaut. Das Gebäude imponierte bereits damals durch seine Symmetrie und Geschlossenheit sowie durch die Gestaltungselemente im neobarocken Stil. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 20 % der Gebäude zerstört und danach wiederaufgebaut. Der ursprüngliche Charakter der Wohnanlage ist bis heute erhalten geblieben.

Kontakt "Allengerechtes Wohnen"

Tanja Hahn
Sozialmanagement BASF Wohnen + Bauen GmbH

Tel. 0621 60 -52104
E-Mail: tanja.a.hahn(at)basf.com

Anna Katharina Rapp
Öffentlichkeitsarbeit BASF Wohnen + Bauen GmbH

Tel.: 0621 60 – 41019
E-Mail: anna-katharina.rapp(at)basf.com

www.basf-wohnen-und-bauen.de