Zuhause Wohnen mit Unterstützung

Die allermeisten Menschen wollen möglichst lange in ihrem eigenen Wohnraum leben können, auch wenn sie pflegebedürftig werden. In Rheinland-Pfalz werden rund 70 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. Dazu tragen vor allem Familien, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn sowie professionelle Hilfs- und Unterstützungsangebote bei.

Ihr Pflegestützpunkt als Lotse zu allen Fragen rund um die Pflege

Für einen individuellen Hilfe-Mix brauchen die Menschen eine gute Beratung: einen Lotsen, der ihnen hilft, schnell ihren Anspruch auf gute Pflege umzusetzen. Dafür gibt es in Rheinland-Pfalz die 135 wohnortnahen Pflegestützpunkte als Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Pflege. Dort werden pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen kostenfrei beraten, informiert und unterstützt bei der Organisation der Pflege sowie in allen Fragestellungen rund um die Pflege.

Ambulante Pflege weiter ausbauen

Die Landesregierung hat sich auf der Bundesebene erfolgreich für Verbesserungen bei der Pflegeversicherung stark gemacht. Dabei wurde viel erreicht: Stärkung der ambulanten Pflege, Entlastung pflegender Angehöriger und gleichberechtigter Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung, unabhängig von den Gründen der Einschränkungen.

Barrierefreiheit und Wohnraumanpassung

Eine wichtige Voraussetzung, um auch im hohen Alter zuhause wohnen zu können, ist die Vermeidung von Barrieren in Wohnungen und im Wohnumfeld. Die Landesregierung unterstützt die Schaffung barrierefreien Wohnraums durch kostenlose Beratung, gesetzliche Regelungen und Fördermöglichkeiten: Die Architekten der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen kommen kostenlos nach Hause und prüfen die Umbau-Möglichkeiten. Die neue Landesbauordnung fordert für Neubauten einen höheren Anteil barrierefreier Wohnungen. Finanziell unterstützen wir Umbaumaßnahmen für mehr Barrierefreiheit mit den Darlehen und Tilgungszuschüssen der Investitions- und Strukturbank des Landes. Das Land fördert auch den Einsatz altersgerechter Assistenzsysteme für ein sicheres und unabhängiges Leben zu hause.

Quartiersentwicklung für ein gutes Leben im Alter

Für ein gutes Leben im Alter ist ein Umfeld wichtig, das Beteiligung ermöglicht, Pflegebedürftigkeit vorbeugt und wenn nötig Unterstützung bietet. Das Land fördert die Weiterentwicklung der Angebote und Strukturen vor Ort auf vielfältige Weise.

Mit einer guten kommunalen Pflegestrukturplanung wirken die Landkreise und kreisfreien Städte darauf hin, dass in ihren jeweiligen Gemeinden oder Stadtteilen ausreichende nachbarschaftliche, ehrenamtliche sowie professionelle Unterstützungs-und Pflegeangebote vorhanden sind und möglichst vernetzt agieren.

Ergänzend setzt das präventive und gesundheitsfördernde Beratungsangebot der Gemeindeschwester plus an, das bis Dezember 2018 für hochbetagte Menschen ab 80 Jahren modellhaft in sechs Landkreisen und drei kreisfreien Städten im Land erprobt wird: Die Gemeindeschwester plus berät die Menschen auf Wunsch zuhause und überlegt mit ihnen gemeinsam, welche gesundheitsfördernden Vorkehrungen sie treffen können, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Die von der Landesleitstelle „Gut leben im Alter“ initiierte Landesinitiative „Neue Nachbarschaften – engagiert zusammen leben in Rheinland-Pfalz!“ berät und hilft Interessierten beim Aufbau neuer Nachbarschaftsprojekte und stärkt bestehende Nachbarschaften und Bürgergemeinschaften. Weitere Programme der Landesleitstelle „Gut leben im Alter“ wie „SeniorTrainer“, Bewegungskampagne „Ich bewege mich - mir geht es gut!“, Internet-Initiativen und andere Projekte unterstützen die Menschen dabei, ihre Fähigkeiten neu zu entdecken, in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen und ihr Wissen an andere weiterzugeben. Es werden auch Teilhabe-und Betätigungsangebote gefördert, um bis ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben.

Gute Alternativen geben Sicherheit

Zuhause lebende ältere Menschen und ihre Angehörigen investieren viel Kraft und Mut, um ein Leben in den eigenen vier Wänden zu organisieren und zu bewältigen. Trotz immer besserer Unterstützungsangebote fürchten sich viele vor Überforderung. Allen Beteiligten kann es mehr Sicherheit geben, sich frühzeitig und ohne Druck auch über Alternativen zu informieren – auch wenn das Leben in der eigenen Wohnung oberste Priorität hat.

Die Landesregierung fördert den Aufbau innovativer Wohn- und Pflegangebote und unterstützt auch die Träger von Pflegeeinrichtungen dabei, ihre Angebote weiter zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Selbstbestimmungs- und Teilhabebedürfnisse der älteren Menschen sowie eine qualitativ hochwertige Versorgung.